Besser ohne Jungs

Trier. Die neun- bis elfjährigen Teilnehmerinnen des Ada-Lovelace-Projektes "Roberta" im Rahmen der Kinder-Uni zeigten Begeisterung für Technik und Programmierung – und nebenbei den Erwachsenen, wie echte Teamarbeit funktioniert.

"Roberta" sieht anfänglich noch sehr nach ein paar Legosteinen mit Rädern aus, so wie sich die Modelle für die vier Arbeitsgruppen präsentieren. Das ändert sich aber schnell. Roberta wird erweitert, verschönert - und dressiert. Schwierigkeiten? Technische Probleme? Programmierfehler? Alles dient dazu, behoben zu werden. Marion Holländer, Koordinatorin des Ada-Lovelace-Projektes an der Fachhochschule Trier, sagt schmunzelnd: "Im Rahmen der Kinder-Uni gibt es auch viele Projekte für Mädchen und Jungen gemeinsam. Aber es zeigt sich immer wieder, dass sich bei den technischen Angeboten die Jungen sofort darauf stürzen und die Mädchen im Hintergrund bleiben. Sind keine Jungs dabei, stürzen sich die Mädchen genauso auf Computer und Maschinen. Deshalb bieten wir die reinen Mädchen-Veranstaltungen an." Das Ada-Lovelace-Projekt fördert gezielt Mädchen, den Einstieg in technische Berufe und Studiengänge zu wagen. Dazu werden Mentorinnen, die diesen Schritt schon gemacht haben, ausgebildet, um den Nachwuchs zu ermutigen. "Man kann nicht einfach jeden, der das will, auf Kinder loslassen", meint Holländer. "Das Projekt Roberta beispielsweise wurde vom Faunhöfer-Institut zusammen mit Lego entwickelt und beendet gerade seine fünfjährige Evaluationsphase. Unsere Mentorinnen mussten auf eine spezielle Schulung." Beim "Roberta"-Projekt betreuen Wirtschaftsinformatik-Studentin Frederike Schmutzler und Ernährungstechnik-Studentin Jessica Trepmann eine 15-köpfige Gruppe junger Mädchen. Das Besondere: Die Dritt-, Viert- und Fünftklässlerinnen treffen auf ein offenes Angebot und kennen sich nicht. Kein Problem für die jungen Technikerinnen: Jede kriegt ein Namensschild und schon nach fünf Minuten kann mit dem praktischen Teil begonnen werden; die vier Arbeitsgruppen legen mit vollem Elan los. Die Mentorinnen sind gefordert: Ohne Scheu rufen die Schülerinnen sofort, wenn etwas hakt, und Fragen prasseln auf die zwei Studentinnen nieder. Anfragen willkommen

Vor allem die Zusammenarbeit im Team funktioniert von der ersten Minute an. Ungebremst arbeiten die jungen Mädchen zielstrebig an ihren Aufgaben und eigenen Ideen. Und so haben am Ende des dreistündigen Workshops alle Gruppen aus dem "RCX-Lego-Gehirn", das ursprünglich vor ihnen lag, eine ganz individuelle "Roberta" gebaut und ihr ganz persönliche Sachen "beigebracht". Das Projekt Roberta wird bis hin zur Oberstufe in verschiedenen Varianten angeboten. Anfragen von Schulen und Lehrern sind willkommen. Kontakt: Marion Holländer, Telefonnummer 0651/8103243.

Mehr von Volksfreund