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Bürger wollen bessere Bus- und Radanbindungen

Bürger wollen bessere Bus- und Radanbindungen

Als einzige Gemeinden bundesweit machen Fell und Longuich bei dem Wettbewerb "Effizient mobil" der Deutschen Energie Agentur (Dena) mit. Neben einer Beratung zum Thema Mobilität gab es eine Fragebogenaktion. Das Ergebnis: Die Bürger wünschen eine Verbesserung der Bus- und Fahrradanbindung.

Fell/Longuich. Es ist einmalig in Deutschland: Zwei Dörfer nehmen an dem bundesweiten Projekt "Effizient mobil" der Deutschen Energie Agentur (Dena) teil. Bislang war nur großen Städten, vor allem in Ballungsgebieten, die Teilnahme vorbehalten. Zwei Mal haben sich die Gemeinden Fell und Longuich bereits in öffentlichen Sitzungen von Geograf Maik Scharnweber vom Trierer Büro für Mobilitätsberatung und Moderation beraten lassen. Bürger konnten in einer Fragebogenaktion Wünsche und Ideen einbringen (der TV berichtete).

"Die Rücklaufquote liegt im einstelligen Prozentbereich", sagt Kathrin Schlöder, Ortsbürgermeisterin von Longuich. Aber die Qualität der Antworten stimme. In Fell wurden rund 100 Fragebögen ausgewertet. Einer der Schwerpunkte: Die Bürger wünschen Verbesserungen bei der Schülerbeförderung und eine regelmäßige Anbindung an Trier. Touristen sollen es einfacher haben, ins Oberzentrum zu fahren. Außerdem sollen die Radrouten verbessert werden.

Eines der Ziele ist, dass die Anbindung an den Verknüpfungsbahnhof Schweich deutlich verbessert werden soll. "Wir wollen einen Zubringerbus zum Schweicher Bahnhof", betont Schlöder. Auch dafür, dass sich die Abfahrtszeiten der Busse stärker als bisher an den Unterrichtsanfängen und -enden orientieren, wollen sich die Gemeinden einsetzen.

Und für Fahrradfahrer soll sich einiges zum Guten wenden: Zum einen werden mehr Abstellmöglichkeiten für Zweiräder gewünscht, zum anderen soll das Radwegenetz so verbessert werden, dass die Orte angebunden und Gefahrenpunkte beseitigt werden. "Etwa auf der Schweicher Brücke muss sich dringend etwas tun", fordert Schlöder. Die Überquerung sei sowohl für Radfahrer als auch für Schüler sehr risikoreich.

Und die Liste der Ideen reicht noch weiter: Vom Anrufsammeltaxi bis zur Anschaffung von sogenannten E-Bikes, elektrisch betriebenen Fahrrädern, bis hin zur Bildung von Fahrgemeinschaften. Die auf die Bedürfnisse der beiden Orte abgestimmten Vorschläge wurden in einem Konzept gebündelt, das bei dem bundesweiten Wettbewerb "effizient mobil" eingereicht haben. Die Konzepte werden mit Preisgeldern zwischen 10 000 und 50 000 Euro belohnt. Im Mai wird das Ergebnis erwartet.

Meinung

Potenzial nicht ausgereizt

Konzepte und Umfragen zum Nahverkehr sind schon so oft ins Leere gelaufen. Warum sollte ausgerechnet die Initiative an der Mittelmosel Erfolg haben? Es gab viele "Wünsch-dir-was"-Aktionen, die meist damit endeten, dass sich die Verkehrsbetriebe stur stellten. Wenn sie sich dann doch einmal flexibel zeigten und neue Strecken oder Takte offerierten, nahm die Bevölkerung das Angebot meist nicht an und es wurde eingestellt. Der jetzige Ansatz, die Bereiche Nahverkehr und Tourismus miteinander zu verknüpfen, ist für eine Ferienregion der bessere Weg. Wir haben an der Mosel und in Eifel und Hochwald hervorragende Radwege, allerdings wird deren Potenzial touristisch noch nicht ausgereizt. Beispiel E-Räder: In anderen Ferienregionen kann man sie schon flächendeckend mieten. Die überwiegend älteren Urlauber an der Mosel würden auch die Batterie-Bikes als Service betrachten. a.follmann@volksfreund.de