Camgaroo-Award 2018: Geht der „Oscar der Nachwuchsfilmer“ nach Trier?

Kultur : Geht der „Oscar der Nachwuchsfilmer“ nach Trier?

Die Beiträge des Humboldt-Gymnasiums sind aus 400 Einsendungen für den Camgaroo-Award nominiert worden. Die Schüler verraten, was das Geheimnis ihres Erfolges sein könnte.

(red) Damit hatten die Schülerinnen und Schüler der Film-AG im Trierer Humboldt-Gymnasium (HGT) nicht gerechnet: Kürzlich erhielten sie die Nachricht aus München, dass sie für den Camgaroo-Award nominiert wurden. Mitte September hatten sie sich für den Filmwettbewerb, der unter den Amateurfilmern als der deutsche „Oscar für Nachwuchsfilmer“ gilt, angemeldet.

„Dass mit etwas Glück einer unserer Filme nominiert werden würde, haben wir uns zu diesem Zeitpunkt sehr gewünscht“, sagt Björn Alt, Lehrer und Leiter der Film-AG am HGT. „Dass aber gleich alle drei Filme in unterschiedlichen Kategorien für den Preis nominiert werden würden, das hätten wir uns niemals träumen lassen.“

Besonders ist an dem Camgaroo-Award unter anderem die hochkarätig besetze Jury. Ihr gehören zum Beispiel der deutsche Schauspieler Heinz Hoenig (König von St. Pauli, Das Boot), der deutsche Filmproduzent Max Wiedemann (Das Leben der anderen, Werk ohne Autor) und der deutsche Hollywoodfilmkomponist Harold Faltermeyer (Top Gun, Beverly Hills Cop) an.

„Die Vorstellung, dass solche Größen der internationalen Filmbranche von unseren Filmen so begeistert waren, macht uns alle unfassbar stolz,“ sagt Bálint Niehl (17), Mitglied der Film-AG. Das können sie auch, denn immerhin war die Konkurrenz groß, so dass die Jury die besten Filme aus insgesamt mehr als 400 Wettbewerbsbeiträgen auswählen mussten.

Ihr Film „Die Telefonistin“ wurde in der Kategorie „Ultrakurzfilm-Emotionen/Spaß“ und die Filme „Nibelungen“ und „Vatermelodie“ in den beiden Nachwuchskategorien für den Preis nominiert.

Ob es der Film-AG gelingt, Preise zu ergattern, bleibt abzuwarten. In jedem Fall aber freuen sich die Schüler schon auf die Reise zur Preisgala am heutigen Mittwoch, 21. November, in München. Die 13 Schüler von der sechsten bis zur zwölften Klasse erwartet ein volles und spannendes Programm in München.

Dabei ist es nicht der erste Erfolg für die Nachwuchsfilmer. So konnten sie in den letzten fünf Jahren insgesamt 14 Preise bei nationalen und internationalen Filmwettbewerben, wie zum Beispiel dem 99 Fire-Films-Award in Berlin, gewinnen (der TV berichtete am 23. Februar 2017). Eine Antwort auf die Frage, ob sie sich das Geheimnis ihres Erfolges erklären können, haben die Schüler auch schon eine klare Antwort.

„In der Film-AG legen wir besonderen Wert auf die Ausarbeitung der Filmgeschichte. Erst wenn wir der Meinung sind, dass diese rund und schlüssig ist, setzen wir sie um.“, sagt Lucille Tientché-Kaloupé (18), die in der AG für die Regie verantwortlich ist.

Aber auch die Leidenschaft und Disziplin, mit welcher die Kinder und Jugendlichen ihren Aufgaben in der AG nachgehen, ist für den Erfolg relevant. Dazu berichtet Björn Alt: „Als wir die Telefonistin im Roscheider Hof gedreht hatten, sank die Temperatur nachts auf -7 Grad, so dass sich Eiskristalle auf den Objektiven bildeten. Aber die Schüler haben sich nichts anmerken lassen und ihren Job einwandfrei gemacht.“

Viel Zeit sich auszuruhen bleibt den Schülern allerdings nicht, da das nächste Filmprojekt schon vor den Toren steht. Sie planen derzeit einen Film gegen die von der Stadt Trier geplante dauerhafte Aufteilung des Humboldt-Gymnasiums auf zwei Standorte. Bleibt nur abzuwarten, ob auch dieser Streifen wieder preisverdächtig wird.

Alle Filme der Film-AG können unter www.humboldtfilm.de angesehen werden.

Mehr von Volksfreund