In die Schranken verwiesen

Für viele Ortskundige war der parallel zur B 51 verlaufende Wirtschaftsweg zwischen Aach-Hohensonne und Trierweiler-Neuhaus ein beliebter Schleichweg - insbesondere wenn auf der B 51 nebenan wieder einmal Stillstand herrschte. Zu leiden hatten darunter die Anlieger, denen durch Sperrung des Weges zur Ruhe verholfen wurde. Doch möglicherweise wird dies auch zu Protesten führen.

Neuhaus/Hohensonne. Nach Auffassung der Ortsbürgermeister Matthias Daleiden (Trierweiler) und Ralf Kierspel (Aach) werde die Errichtung einer Schranke auf dem Wirtschaftsweg zwischen Trierweiler-Neuhaus und Aach-Hohensonne sicherlich für reichlich Diskussionsstoff sorgen. Aber es habe keine andere Lösung mehr gegeben. Daleiden: "Der Verkehr auf dem Wirtschaftsweg nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Dabei handelt es sich überwiegend um unberechtigte Nutzer, denn der Weg ist nur für den landwirtschaftlichen Verkehr und für wenige Anlieger frei. Im Zuge des Ausbaus der B 51 zwischen Neuhaus und Hohensonne hat sich dieser ,Ausweichverkehr' noch erheblich ausgeweitet." Dies gelte insbesondere dann, wenn es auf der B 51 zu Staubildungen komme. Es sei zu befürchten, dass die Situation eskaliere, sobald die Arbeiten zum kreuzungsfreien Ausbau der B 51 in der Ortslage Neuhaus Ende des Jahres beginnen werden. Überprüfungen hätten zudem ergeben, dass die enge Straße selbst vom Schwerlastverkehr nicht verschont bleibe. Nach Meinung beider Ortsbürgermeister dürfe dies den Anliegern in Neuhaus und Hohensonne künftig nicht mehr zugemutet werden. Sperrung als einzig adäquates Mittel

In einem Abstimmungsgespräch mit dem Landesbetrieb Mobilität Trier (LBM) waren sich alle Beteiligten einig, dass als einzig adäquates Mittel nur die Sperrung des Weges durch eine Schranke in Betracht kommen kann. Zu den Bedenken der Landwirte wurde auch eine Lösung gefunden: Sie erhalten einen Schlüssel zum Öffnen der Schranke. Ende letzte Woche wurde die Schranke vom LBM installiert. Hinzu kommen neue Schilder in Neuhaus und Hohensonne, die auf die Sperrung hinweisen. Zeitpunkt genau gewählt

Der Zeitpunkt wurde deswegen gewählt, weil am Wochenende zwischen Neuhaus und Hohensonne "Einbahnverkehr" aufgrund der Baumaßnahme auf der B 51 herrschte. Anliegerin Irmina Fußangel: "Es herrscht jetzt eine himmlische Stille. Sicherlich eine Wohltat für alle Anlieger." Die Schranke wird vorerst bis zum Ende der Bauarbeiten in etwa zwei Jahren stehen bleiben. "Die Gemeinden Aach und Trierweiler handelten nicht willkürlich, sondern wir wollten mit der Errichtung einer Schranke ausschließlich die betroffenen Bürger in Neuhaus und Hohensonne vor großer Belästigung und Lärm schützen", begründeten die Ortsbürgermeister die rrichtung der neuen Schranke. MeinungKein Recht auf Schleichwege Wer kennt nicht das etwas erhabene Gefühl, wenn man sich als ortskundiger Autofahrer einem Stau nähert und schon weiß, wie der sich mit Schleichwegen umgehen lässt. Ideal ist, wenn es sich dabei um ein verborgenes Nebensträßchen handelt, das offiziell für den öffentlichen Verkehr freigegeben ist. Für den Wirtschaftsweg zwischen Hohensonne und Neuhaus trifft das nicht zu. Alle ehemaligen "Nutzer" sollten sich dies vor Augen halten, bevor sie zum lauten Protest gegen die Schließung anheben. Die Ortsgemeinden handelten rechtmäßig. Ein Anspruch auf Nutzung eines Wirtschaftsweges besteht nicht. f.knopp@volksfreund.de