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Mit dem Bus des Manitu in den Wilden Westen

Mit dem Bus des Manitu in den Wilden Westen

Keine Sommerferien ohne Ferienspaß: Auch dieses Jahr findet die beliebte Freizeit wieder statt. Unter dem Motto "Cowboys und Indianer" erleben 700 Kinder aus dem ganzen Kreis Trier-Saarburg zwei ereignisreiche Wochen. Der TV war beim Kreativtag auf der Pluwiger Karl-May-Anlage dabei.

Saloons, Pferdetränken, eine Schmiedewerkstatt. Westernmusik ertönt von den Hängen, irgendwo knallt eine Pistole. Auf der Karl-May-Anlage in Pluwig tummeln sich rund 100 Kinder, die am Ferienspaß des Landkreises Trier-Saarburg teilnehmen.

Fast alle sind bemalt oder verkleidet. Einige tragen Federschmuck im Haar, andere einen Sheriff-Stern auf der Brust. Unter dem Motto "Cowboys und Indianer: Abenteuer mit Lasso, Pfeil und Bogen" nehmen seit Montag 700 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren aus dem ganzen Landkreis Trier-Saarburg am Ferienspaß teil.

Eine von zehn Tagestouren

Der Erlebnistag an der Pluwiger Freilichtbühne ist eine von insgesamt zehn Tagestouren. Aufgeteilt in 14 Busgruppen durchlaufen alle Kinder diese zehn Erlebnistage im Laufe der zweiwöchigen Ferienfreizeit.

Jeden Morgen holen die Busse die Kinder zu Hause ab und bringen sie abends wieder zurück. Zu den Tagesangeboten gehören unter anderem ein Badetag am Bostalsee, ein Seifenkistenrennen in Klüsserath, ein Tag in der Kunstakademie Trier sowie der Besuch der Allwetterrodelbahn in Riol.

Anlegen, spannen und loslassen

An der Schießanlage in Pluwig legt ein kleiner Indianer den Pfeil an, spannt langsam den Bogen, konzentriert sich und lässt los: "Und schon wieder vorbei", ärgert er sich und stampft dabei mit seinem kleinen Fuß auf den Boden. "Jetzt habe ich schon zehn Mal geschossen und immer zu hoch!" Ein anderer junger Krieger hat ein viel größeres Problem: "Mein Speer ist durchgebrochen, jetzt muss ich mir einen neuen schnitzen", seufzt er.

"Der Ferienspaß ist eine riesige Entlastung für berufstätige Eltern", sagt Martina Bosch von der Kreisverwaltung (KV) Trier-Saarburg. "Zwei Wochen lang werden die Kinder jeden Tag professionell betreut." Helgard Bohlander aus Pluwig, deren Enkel dieses Jahr am Ferienspaß teilnimmt, sagt: "Der Ferienspaß erlaubt es auch Eltern, die nicht so viel Geld haben, ihren Kindern etwas Schönes in den Ferien zu bieten."

Ferienspaß für die meisten bezahlbar

Für gerade mal 115 Euro pro Kind, im Falle mehrerer Kinder auch nie mehr als 155 Euro, ist der Ferienspaß für die meisten bezahlbar. "Die Teilnehmergebühr deckt unsere Kosten bei weitem nicht ab", erklärt Andreas Beiling vom Jugendamt des Landkreises Trier-Saarburg. "Das Projekt wird sehr stark vom Kreis subventioniert."

Weil das Angebot so günstig sei, sei es am Tag der Anmeldung im Februar bereits innerhalb einer Stunde komplett ausgebucht gewesen, erzählt eine der Organisatorinnen, Stefanie Engelke vom Landkreis Trier-Saarburg. Dennoch könnten soziale Gesichtspunkte bei der Anmeldung nicht berücksichtig werden. "Wer sich zuerst anmeldet, bekommt den Platz", sagt Engelke. "Wir können alleinerziehende oder finanziell schlechter gestellte Bewerber leider nicht bevorzugen."

In der Pluwiger Indianerwerkstatt zermalmen Emma Philipps (10) aus Irsch und Christina Marschall (11) aus Oberzerf gerade Kreide und Holzkohle, um Naturfarben herzustellen. "Das ist eine schön matschige Angelegenheit", sagt Emma und lacht zufrieden, bevor sie rotes Mus aus einer reifen Kirsche macht. "Das wird eine schöne Kriegsbemalung."