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Professorin lässt Mittelalter auferstehen

Professorin lässt Mittelalter auferstehen

Sie gilt an der Uni Trier als beliebte Dozentin, arbeitet an mehreren Forschungsprojekten, leitet ein Kompetenzzentrum, hat zwei Kinder. Und seit kurzem ist die gebürtige Luxemburgerin und Germanistik-Professorin Claudine Moulin auch Trägerin eines renommierten Wissenschaftspreises.

Trier. Professorin Claudine Moulin tanzt auf vielen Hochzeiten. Sie ist nicht nur Mutter einer 14-jährigen Tochter und eines 18-jährigen Sohnes sowie Dozentin der Germanistik an der Universität Trier, sondern arbeitet auch an den verschiedensten Forschungsprojekten. Für ihre Gesamtleistung in Forschung und Lehre hat sie kürzlich den Akademie-Preis des Landes Rheinland-Pfalz erhalten (der TV berichtete).

Moulin ist erst die dritte Frau, die diesen Preis erhalten hat. "Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, diesen Preis entgegenzunehmen", freut sich die Professorin.

Claudine Moulin ist Sprachhistorikerin und spezialisiert auf die Geschichte der deutschen Sprache. Ihr großes Interesse gilt dem Thema der Digitalisierung: Sie leitet das Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften der Universität Trier. Dieses Zentrum ist führend in seinem Bereich und beschäftigt sich zum Beispiel mit der Digitalisierung von Dialektwörterbüchern.

Aus der gleichen Ecke stammt ein Projekt zur Geschichte der Stadt Trier. Da Moulin aus Luxemburg stammt, interessiert sie sich besonders für lokale Hintergründe: Momentan werden in Kooperation mit der Stadtbibliothek Trier alte Handschriften der ehemaligen Bibliothek der Benediktinerabtei St. Matthias digital wieder zum Leben erweckt. "Wir versuchen, so viel wie möglich von unserer Forschung auf das historisch sehr interessante Trier zu konzentrieren", erzählt die Forscherin.

"Vom Griffel zum Computer-Tagging"



Ihr Spezialgebiet ist das Mittelalter. Sie hat verschiedene Wege gefunden, diese längst vergangene Zeit auch für die Jugend interessant zu machen. So hält sie einen Vortrag mit dem Titel "Vom mittelalterlichen Griffel zum Computer-Tagging". Darin vergleicht sie die von Hand geschriebenen Anmerkungen in vielen mittelalterlichen Werken mit der immer beliebter werdenden Möglichkeit, bei Computerdateien Randbemerkungen hinzuzufügen.

Moulin ist an mehreren Projekten gleichzeitig beteiligt, darunter sind auch Kooperationen mit anderen Universitäten, die sich teilweise im Ausland befinden. Darum muss die Professorin für ihre Arbeit zum Beispiel ab und zu nach Rom reisen.

Wie bringt sie die verschiedenen Projekte mit ihrer Lehrtätigkeit und Familie unter einen Hut? "Man muss sich einfach gut organisieren und seine Prioritäten richtig setzen", antwortet sie beliebte Dozentin lässig. "Außerdem unterstützt die Uni Trier mich wirklich super und macht mir viele Dinge leicht."