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Trier: Moslems feiern Zuckerfest

Religion : Zusammensein beim Zuckerfest in Trier-Nord

Rund 60 Menschen kommen im Café Welcome des Bürgerhauses Trier-Nord zusammen, um den Abschluss der muslimischen Fastenzeit zu feiern.

Vor dem Bürgerhaus in Trier-Nord laufen Kinder Seifenblasen hinterher, die von der ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Trier-Nord e. V. in den Himmel gepustet werden. An Bierzeltgarnituren vor dem Haus sitzen Männer und trinken Tee. Aus dem Café Welcome klingt Musik. Frauen mit und ohne Kopftuch sitzen zusammen und plaudern. Man kennt sich. Seit 2015 gibt es das Café Welcome.

Das Projekt Gemeinsam Zukunft gestalten wird unterstützt vom Bundesministerium des Inneren. Ziel des Projekts ist die Förderung von Toleranz gegenüber Geflüchteten. Derzeit ist Susanne Idems die zentrale Ansprechpartnerin im Projekt. „Ohne ehrenamtliche Helfer könnte es nicht stattfinden, wir wollen einige Feste pro Jahr aus den verschiedenen Kulturen miteinander feiern.“

An diesem Tag ist es das Zuckerfest, das nach der vierwöchigen Fastenzeit, dem Ramadan, nachgefeiert wird. Da das Café nur dienstags geöffnet hat, konnte es am eigentlichen Termin – am 14. und 15. Juni – nicht im Bürgerhaus stattfinden.

Das Fest wird nicht nur von Geflüchteten besucht: Die 29-jährige Syrerin Lama Othman und ihr Mann sind seit zweieinhalb Jahren in Deutschland. Beide arbeiten als Zahnärzte in Trier. „Wir sind mit einem Sprachkursvisum hergekommen“, erzählt sie in gutem Deutsch. „Hier im Bürgerhaus habe ich schon viele nette Menschen kennengelernt, und ich konnte meine Sprachkenntnisse verbessern, vor allem durch die ehrenamtlichen Helfer.“

Die Syrer, die sie hier getroffen habe, hätten sich gut integriert, sagt sie. Die Muslimin erklärt auch ihre Einstellung zum Ramadan: „Die Fastenzeit soll uns daran erinnern, dass Essen und Trinken nicht alles im Leben sind. Und wir sollen in dieser Zeit auch an arme Menschen denken und etwas abgeben.“

Beim anschließenden Zuckerfest geht es wiederum nicht in erster Linie um die leiblichen Genüsse. Ähnlich wie beim christlichen Weihnachtsfest dienen diese Tage vor allem der Zusammenkunft mit der Familie. Im Bürgerhaus Trier-Nord kommen zwar keine Großfamilien zusammen, aber niemand sitzt allein am Tisch – Wortfetzen in Arabisch, Persisch und Englisch sind zu hören, und als das Foto für den Volksfreund gemacht werden soll, sind alle begeistert mit dabei.

Kuchen- und Essensspenden sorgen dafür, dass niemand hungrig nach Hause geht. „Schade, dass sich nur selten mal Deutsche im Café Welcome blicken lassen“, sagt Nadine Meyer, die seit drei Jahren ehrenamtlich mitarbeitet.

Sinn der Einrichtung sind schließlich die Integration und das gegenseitige Verständnis für die unterschiedlichen Kulturen.

Weitere Infos zu den Angeboten:
http://www.buergerhaus-trier-nord.de