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Auch kleine Parteien wollen nach Berlin

Trier. Die großen Parteien haben schon vorgelegt, doch eine Reihe von kleinen Parteien wird folgen und Direktkandidaten für den Bundestag nominieren. Darunter sind Freie Wähler und eine Partei, die es nicht so ganz ernst meint. Michael Schmitz

Trier. Der Wahlzettel für die Bundestagswahl im September wird bei den Direktkandidaten gut gefüllt sein. Dass die mehr oder weniger großen Parteien im Wahlkreis 204 (Trier/Trier-Saarburg) Kandidaten aufstellen (siehe Extra), war ja zu erwarten. Doch auch die Kleinen sind schwer aktiv. Die Piraten haben unlängst den Informatiker Andreas Brühl nominiert.
Nun werden am Samstag in Bitburg (14 Uhr, Eifelbräu) auch die Freien Wähler einen Direktkandidaten ins Rennen schicken. Dabei gibt es den feinen, aber entscheidenden Unterschied, dass dies nicht der Landesverband Rheinland-Pfalz FWG e.V. ist, der Dachverband also der vielen in Kommunalparlamenten vertretenen Gruppierungen, sondern die Landesvereinigung Freie Wähler Rheinland-Pfalz (FW). Klingt ähnlich, ist aber etwas anderes. Während der Dachverband Engagement auf Landes- und Bundesebene ablehnt, strebt die Landesvereinigung genau das an: Sitze in Land- und Bundestag.Bundestagswahl 2013



Teilweise sind die Mitglieder deckungsgleich, teils sind sie sich aber spinnefeind. Und der noch junge FW-Verband ist deutlich mitgliederschwächer. "Sechs bis zehn Mitglieder", schätzt Geschäftsführer Reinhold Niederprüm aus Bitburg, würden den Wahlkreiskandidaten für Trier/Trier-Saarburg wählen. In der gleichen Sitzung werden auch Direktkandidaten für die anderen Wahlkreise der Region bestimmt. Immerhin zwei Kandidaten stünden wohl zur Wahl für den Wahlkreis Trier, sagt Niederprüm, will aber nicht verraten, wer das ist.
Eine weitere noch junge Partei kündigt ebenfalls an, noch in diesem Monat einen Direktkandidaten zu nominieren: die Partei "Die Partei". Fünf bis zehn aktive Mitglieder habe die zurzeit im Wahlkreis Trier, sagt Kreissprecher Christopher Vent und bestreitet energisch, dass es sich dabei um Satire handele. Die Tatsache, dass an der Parteispitze der ehemalige Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn (auch bekannt aus der ZDF-Heute-Show) steht und das von Vent genannte Ziel der Partei sprechen aber eine andere Sprache. Die Partei wolle "Inhalte überwinden", sagt Vent. "Es geht vor allem darum, an die Macht zu kommen."Extra

Die derzeit im Bundestag vertretenen Parteien haben folgende Kandidaten für den Wahlkreis 204 aufgestellt. CDU: Bernhard Kaster, SPD: Katarina Barley, Grüne: Corinna Rüffer, Linke: Katrin Werner, FDP: Henrick Meine. mic