| 21:38 Uhr

Damit das Rad zum Zuge kommt

Endstation Bahnhofsvorplatz: Mangels regulärer Plätze müssen viele Radfahrer ihre Velos „provisorisch“ parken. TV-Foto: Roland Morgen
Endstation Bahnhofsvorplatz: Mangels regulärer Plätze müssen viele Radfahrer ihre Velos „provisorisch“ parken. TV-Foto: Roland Morgen
Die Realisierung einer Fahrradstation am Hauptbahnhof rückt einen Schritt näher. Einstimmig beschlossen: Die Verwaltung soll einen Standort auswählen und vorbereitende Untersuchungen einleiten. Die Projekt-Finanzierung ist aber noch ungeklärt. Von unserem Redakteur Roland Morgen

Trier. Der Bedarf ist unübersehbar. Wer sich die Mühe macht, an einem normalen Werktag die Fahrrader zu zählen, die auf mehr oder weniger abenteuerliche Weise am und um den Hauptbahnhof herum "geparkt" sind, kommt auf gut und gerne 150. Sie sind angekettet an Verkehrsschildern, Laternenmasten und Geländern oder stehen ebenso unbewacht an den wenigen offiziellen Fahrradständern. Abhilfe schaffen soll eine Fahrradstation (Dienstleistungs-Merkmale: bewachtes Abstellen, Radvermietung, Wartung und Pannenhilfe). Im Grundsatz beschlossen ist das Projekt jetzt. Einstimmig beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, die erforderlichen vorbereitenden Untersuchungen zu treffen. Insbesondere sind das die Auswahl eines Standorts sowie die Erarbeitung eines Betriebs- und Finanzierungs-Konzepts. Sobald Klarheit über ein finanziell tragfähiges Betreibermodell besteht, soll das Rathaus mit dem Mainzer Wirtschafts- und Verkehrsministerium Finanzierungsgespräche führen.

Laut einer vom Ministerium in Auftrag gegebenen "Potenzial- und Machbarkeitsanalyse zur Realisierung von Fahrradstationen an Bahnhöfen in rheinland-pfälzischen Städten" bietet Trier beste Voraussetzungen, aber angesichts von fast 250 prognostizierten Kunden auch einen großen Bedarf.

Mit dem Bürgerservice, der bereits eine kleine Radstation am Hauptbahnhof betreibt, gibt es zudem einen potenziellen und grundsätzlich interessierten Betreiber.

Tages-Parkticket kostet in NRW 70 Cent



CDU-Ratsmitglied Thomas Albrecht brachte außerdem die Stadtwerke ins Gespräch: "Die sind ein großes Mobilitätsunternehmen und könnten sich auch um Fahrräder kümmern."

Fahrradstationen gibt es bislang vorwiegend in Nordrhein-Westfalen (Tages-Parkgebühr 70 Cent, Monatskarte sieben Euro, Jahreskarte 70 Euro). Rheinland-Pfalz verfügt bislang lediglich über eine Station: das "Radhaus" in Worms.

Vertreter aller Ratsfraktionen sprachen sich aus verkehrspolitischen Gründen und wegen des boomenden Radtourismus' für die schnellstmögliche Schaffung einer Radstation in Trier aus. Das Ergebnis der Untersuchungen, die das Rathaus nun anstellt, soll - neben der Klärung der Stadtortfrage - ein wirtschaftlich tragfähiges Betreibermodell sein, das im Betrieb ohne öffentliche Mittel auskommt. Bei den Baukosten hofft die Stadt auf einen 85-prozentigen Zuschuss des Landes; das entspricht einer Förderung von bis zu 800 Euro je Stellplatz. Welche Kosten auf die Stadt zukommen, lasse sich erst nach Abschluss der Untersuchungen einschätzen, hieß es in der Ratssitzung.