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Der Delux-Express startet am 20. März

Hier fürs TV-Foto, ab dem 20. März Realität: Der Delux-Express hält am Trierer Hauptbahnhof. TV-Foto: Roland Morgen
Hier fürs TV-Foto, ab dem 20. März Realität: Der Delux-Express hält am Trierer Hauptbahnhof. TV-Foto: Roland Morgen
Trier. Die Fernbus-Linie Delux-Express zwischen Luxemburg und Frankfurt startet am 20. März. Sie hält in Trier (Hauptbahnhof), Birkenfeld, Kaiserslautern und in Mainz sowie in Frankfurt an Flughafen und Hauptbahnhof. Betreiber sind die Stadtwerke Trier und das luxemburgische Bus- und Reiseunternehmen Voyages Emile Weber. Roland Morgen

Trier. Stadtwerke-Verkehrschef Frank Birkhäuer war in seinem Element. Beim gestrigen Pressetermin zur Delux-Express-Vorstellung rechnete er genüsslich die zeitlichen Vorzüge der neuen Fernbus-Verbindung vor: Wer per Bahn nach München wolle, benötige rund sieben Stunden ("vorausgesetzt, das Umsteigen in Koblenz klappt"); wer per Delux-Express nach Kaiserslautern fahre und dort in den Zug steige, schaffe es in fünf Stunden und 40 Minuten - "sofern die Bahn pünktlich ist". Daran, dass der Fernbus seinen Fahrplan einhalten kann, hat Birkhäuer keinen Zweifel: "Unsere Route führt über Autobahnen." Umsteigefrei und mit der im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln "besten Umweltbilanz".
Der Fernbus als Konkurrenz zur Schiene: Auch nach Einschätzung des Luxemburger Betriebspartners Voyages Emile Weber kommt das neue Angebot zur rechten Zeit, da die Deutsche Bahn in dünner besiedelten Gebieten auf Rückzugskurs sei: "Wir bieten Fernverkehr auch außerhalb von Ballungsräumen, betonte Romain Kribs von der Unternehmensleitung.
Triers OB Klaus Jensen lobte die "sinnvolle Alternative zur Bahn, der er ein "unerträgliches Eindampfen von für uns so wichtigen Zugverbindungen in die Rheinschiene" vorwarf. Ein weiterer "Grund zur Freude" sei die richtungweisende grenzüberschreitende Kooperation der Stadtwerke Verkehrs-GmbH mit dem Privatunternehmen Voyages Emile Weber (540 Mitarbeiter und eine 380 Fahrzeuge vom Mini- bis zum Luxusreisebus umfassende Flotte).
Die Frage, ob das Fernbusangebot in absehbarer Zukunft ausgebaut werden könne, beantworteten die Verantwortlichen zurückhaltend. "Für uns ist es erst einmal der Einstieg in ein neues Betätigungsfeld. Wir müssen sehen, wie sich das Ganze entwickelt", erklärte Frank Birkhäuer, der gemeinsam mit Roland Heinisch (Voyages Emile Weber) die Delux-Geschäftsführung innehat. Romain Kribs dachte aber später im kleinen Kreis laut über potenzielle Fahrtziele in südlichen deutschen Gefilden nach und schloss zumindest nicht aus, dass Delux-Express-Busse eines Tages auch nach Stuttgart und München fahren könnten.
Zunächst gelte es aber, den Einstieg in den luxemburgisch-deutschen Fernbus-Verkehr zu schaffen. Das "Schnupperangebot" dazu: vom 20. März bis zum 6. April (Karfreitag) werden pro Fahrt 20 Tickets für je 5 Euro verkauft.Meinung

Da geht noch mehr!
Die beste Werbekampagne für das neue Fernbus-Angebot liefert ausgerechnet die Konkurrenz - und das sogar kostenlos. Mit ihrer am 11. Dezember vollzogenen drastischen Reduzierung des Zugangebots auf der Strecke Luxemburg-Trier-Koblenz erleichtert die Deutsche Bahn dem Delux-Express den Start auf effektive Weise, wie zahlreiche positive Rückmeldungen zur bisherigen Berichterstattung im Trierischen Volksfreund zeigen. Umsteigefrei von Trier nach Frankfurt: eine echte Marktlücke. Dennoch: Beim trierisch-luxemburgischen Gemeinschaftsprojekt gibt es noch Verbesserungspotenzial. So gelten die Delux-Tickets nicht als Kombi-Fahrkarten. Wer per Stadtbus oder Regionalbahn zur Delux-Haltestelle fährt oder von dort aus weiter, muss noch einmal gesondert zahlen. Auch in Mainz, wo der Delux-Express nicht den Hauptbahnhof, sondern die Straßenbahn-Haltestelle Pariser Tor anfährt, muss ein City-Ticket gelöst werden. Da sollte nachgebessert werden. r.morgen@volksfreund.deExtra

Der Delux-Express bietet montags bis freitags täglich 16 Fahrten zwischen 4 und 19 Uhr, samstags/sonntags und an Feiertagen jeweils sieben. Haltepunkte: Luxemburg Hauptbahnhof und Kirchberg, Trier Hauptbahnhof, Umweltcampus Birkenfeld, Hauptbahnhof Kaiserslautern, Mainz (Pariser Tor), Flughafen und Hauptbahnhof Frankfurt. Der Normalpreis für die komplette Strecke beträgt 35 Euro; für die Fahrt von Trier zum Frankfurter Flughafen werden 28 Euro fällig. Für Vielfahrer und Kinder gibt es Vergünstigungen. Eingesetzt werden sechs neue Fernreisebusse vom Typ Setra 415 GT für 40 Passagiere und mit großem Sitzabstand. Außerdem an Bord: Toilette, Kaffeeautomat und 220-Volt-Stromanschlüsse. Die Fahrzeit für die Gesamtstrecke beträgt knapp viereinhalb Stunden, zwischen Trier und Frankfurt-Flughafen rund drei Stunden. rm. Infos: www.delux-express.de