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Kindgerechte Kinderrechte

 Schüler üben, auf wackeliger Grundlage gemeinsam einen Turm zu bauen. Student Fernando Andia (Zweiter von rechts) von der Toupi-Group gibt Tipps. TV-Foto: Stephan Maus
Schüler üben, auf wackeliger Grundlage gemeinsam einen Turm zu bauen. Student Fernando Andia (Zweiter von rechts) von der Toupi-Group gibt Tipps. TV-Foto: Stephan Maus FOTO: (h_st )
Trier. Soziale Kompetenzen fördern und vermitteln, welche Rechte Kinder haben - das ist das Ziel der Trierer Toupi-Group. Alle Helfer arbeiten ehrenamtlich mit. Stephan Maus

Trier. Zu Beginn gibt es erst einmal eine Geburtstagstorte für Fernando Andia. Die von ihm gegründete Trierer Toupi-Group feiert schließlich an diesem Tag, dem offiziellen internationalen Tag der Kinderrechte, ihr einjähriges Jubiläum. Andia, Philosophie- und Soziologiestudent mit peruanischen Wurzeln, erklärt die ehrenamtliche Arbeit seiner Gruppe: "Wir versuchen, Kindern spielerisch Kinderrechte zu vermitteln und ihr Bewusstsein für diese Rechte zu schärfen." Dass das durch Spiele und nicht durch Lesen oder andere klassische Unterrichtsmethoden geschieht, ist für Andia besonders wichtig: "Die Erkenntnis kommt nicht nur durch Lesen, sondern durch die Reflexion über das Erlebte." Die Idee für die Toupi-Group kam ihm während eines Praktikums bei einer Kinderrechtsorganisation. Mittlerweile gehören acht Studierende unterschiedlichster Fachbereiche dem Team an. Alle helfen ehrenamtlich mit. Sämtliche Unkosten werden von Andia privat übernommen. An diesem Morgen steht für die Kinder der Klasse 4c der Trierer Keune-Grundschule erst einmal an, ihre Erlebnisse der vergangenen beiden Treffen zu reflektieren. Auf die Frage, an welche Kinderrechte der besprochenen Kinderrechte sie sich noch erinnern können, antwortet Luka, 9 Jahre: "Es gibt das Recht auf Leben, da haben wir Zombie-Ball gespielt." Insgesamt gibt es 54 Artikel in der UN-Kinderrechtskonvention. Thema des Tages ist das Recht auf gewaltfreie Erziehung.Die Kinder sollen auf einer wackeligen Holzplatte zusammen einen Turm aus Bauklötzen bauen und verhindern, dass dieser umfällt. "Es geht darum, die Kinder unter Stress zu setzen und zu zeigen, dass sie ruhig bleiben und ihre Konflikte ohne Gewalt lösen sollen, auch wenn ein Kind den Turm aus Versehen umwirft", erklärt Andia den Sinn des Spiels. In der Klasse 4c klappt das an diesem Morgen wunderbar, der Turm bleibt stehen, und alle Konflikte werden mit Worten gelöst. Birgit Moll, Lehrerin an der Keune-Grundschule, ist von der Arbeit der Toupi-Group begeistert: "Die Spiele sind so toll, weil die Kinder selbst gefordert sind." Nach dem stressigen Teil gibt es zum Abschluss eine Meditationsübung. Zur Entspannung wird eine Geschichte aus der griechischen Mythologie vorgelesen. Und selbstverständlich bekommt zum Abschluss auch jeder ein Stück Geburtstagstorte.Mehr Informationen zur Toupi-Group unter toupi-group.org