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Spielerischer Umgang mit modernen Medien

Mit Feuereifer haben diese Schüler am Schachunterricht teilgenommen und zeigen stolz ihre Pokale und Plaketten. Foto: Schule
Mit Feuereifer haben diese Schüler am Schachunterricht teilgenommen und zeigen stolz ihre Pokale und Plaketten. Foto: Schule
Trier. Seit über einem Jahr hat die Grundschule Ambrosius begonnen, Schachunterricht ab der zweiten Hälfte der beiden ersten Schuljahre einzuführen. Nach nur eineinhalb Schuljahren stellen sich die ersten Erfolge ein.

Trier. Nicht nur, dass die Kinder mit großer Begeisterung dem Schachunterricht folgen, sie zeigen ein neues, ein anderes Lernverhalten, das sich in einigen Fällen fast konträr zum bisherigen abzeichnet. Kinder lieben Schach, wenn es ihnen fachkundig vermittelt wird. Auffällig ist, dass sich viele Lernblockaden, die einige Kinder durch fehlende häusliche motivierende Anreize oder ein schwieriges soziales Gefüge in den Klassen haben, aufzulösen beginnen. Die Erweiterung des Wahrnehmungsvermögens erfolgt ständig durch das stetige "Spielen" und Lösen der gestellten Aufgaben. Zudem lernen sie, welche Möglichkeiten in den einzelnen Figuren stecken, so muss etwa ein Turm gegen acht Bauern, die auf ihrer Grundreihe stehen, antreten, und die Schüler müssen herausfinden, dass der Turm (Wert fünf Punkte) gegen die acht Bauern (Wert acht Punkte) keine Chance hat.
Über den Weg solcher kleinen Spiele, unterstützt durch das gut gestaltete Lernprogramm "Fritz & Fertig" des Hamburger Schulleiters Björn Lengwenus, nähern sich die Schüler dem Spiel mit allen Figuren und einem erweiterten Bewusstsein. Sie sind es, die den Figuren Leben einhauchen, sie müssen die Verantwortung übernehmen, müssen aber auch feststellen, dass man für falsches Denken nirgends schneller bestraft wird als im Schach.
Dieser Schachunterricht, verbunden mit einer besonderen Leseerziehung, kam zustande durch das Engagement der Antonia- Ruut-Stiftung, die, in ihrem Bemühen zur Förderung von Grundschulen in sozialen Brennpunkten, besonderen Wert auf das Wecken und Fördern der geistigen Potenziale legt, die in jedem Kind stecken. Durch das Bereitstellen von zehn PC für die Schach-Programme lernen bereits die Erst- und Zweitklässler spielerisch den Umgang mit modernen Medien.
Ausgedehnt wird dieser Unterricht, bis alle vier Grundschuljahrgänge hereingewachsen sind. Somit wird die Ambrosiusgrundschule Vorreiter einer Deklaration des Europaparlaments, das in diesem Jahr empfohlen hat, dass bis zum Jahr 2016 in allen Grundschulen Schach als Lehrfach eingeführt werden sollte. red