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Fußball
Fußball-WM: Rudelgucken draußen und drinnen

Trier. Zur Fußball-WM gibt wieder Public Viewing auf dem Viehmarkt. Die Arena verzichtet auf Außenübertragungen.
Roland Morgen

Lange herrschte Ungewissheit, doch jetzt steht fest: Der Viehmarkt wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft (14. Juni bis 15. Juli in Russland) wieder Public-Viewing-Zone. Allerdings mit Späteinstieg. „Wir starten mit  dem zweiten Spiel der deutschen Mannschaft“, kündigt Eric Naunheim (51) an, der wie gehabt auf Triers größtem Altstadt-Platz als Veranstalter des Rudelguckens fungiert. Eine gleichermaßen praktische wie wirtschaftliche Lösung. Denn nach ihrem ersten Gruppenspiel (17. Juni gegen  Mexiko) treffen Jogis Jungs am 23. Juni, 20 Uhr, auf Schweden – am Altstadtfest-Samstag also. Beim  großen Volksfest fungiert Naunheim ohnehin auf dem Viehmarkt  als Veranstaltungspartner der städtischen Tourismus und Marketing GmbH (TTM). Deshalb können der Aufbau für Fest und Public Viewing gemeinsam am 20. Juni beginnen. Auch das erste deutsche Spiel zu übertragen, hätte einen zweigeteilten Aufbau bedeutet; die Bewachungskosten für die dann sechs Tage brachliegende Technik würden die Kosten zusätzlich steigen lassen.

Der Verzicht aufs Mexiko-Spiel fällt Naunheim leicht: „Die letzten Turniere haben gezeigt, dass die deutschen Fans erst spät auf den Geschmack kommen.“ Außerdem könne es sein, „dass der ganz große Public-Viewing-Hype schon vorbei ist“. Bereits bei der Europameisterschaft 2016, der Terroranschläge in Brüssel und Paris vorausgegangen waren, seien der Andrang auf dem Viehmarkt rückläufig gewesen – bei drastisch erhöhtem Aufwand vor allem für Sicherheit.

Sicherheit ist auch diesmal wieder das alles beherrschende Thema im Vorfeld. Naunheim will erneut vor jeder Übertragung Sprengstoffspürhunde über das Veranstaltungsterrain (Fassungsvermögen: 6500 Besucher) schicken. Ansonsten bleibt es bei den bekannten Modalitäten. Via 28 Quadratmeter großen LED-Wand werden ausschließlich Spiele mit deutscher Beteiligung gezeigt: „Sobald sich das Nationalteam verabschiedet, packen auch wir ein.“ Der Eintritt kostet vier Euro und beinhaltet ein Getränk. Gastronomisch ist die Auswahl groß. Auf dem Viehmarkt werden acht Ausschankstationen  postiert, beim Altstadtfest sogar neun. Naunheim, von Beruf Kaufmann und Gastronom, wird erstmals keine davon selbst betreiben: „Ich bin diesmal reiner Dienstleister.“ Dass er sich vergleichsweise spät entschlossen hat, nun doch wieder Public Viewing zu veranstaltet, begründet der 51-Jährige unverhohlen mit „persönlichem Ehrgeiz und dem Drang, in Trier etwas zu bewegen und auch das Risiko dafür zu tragen“.

Zumindest Wetterrisiko besteht keines für das Team der städtischen Messe- und Veranstaltungsgesellschaft  MVG, die erneut in der Arena Public Viewing anbietet. Diesmal jedoch unter veränderten Vorzeichen. „Bei uns spielt die Musik drinnen“, erklärt MVG-Chef Wolfgang Esser (65). Das bedeutet konkret: Die Deutschland-Spiele sind auf einer 130-Quadratmeter-Leinwand im Inneren der Großraumhalle zu sehen. Draußen wird es nur eine kleinere LED-Wand geben – als Zusatz-Angebot für Raucher oder Frischluft-Fans. Zu erreichen ist dieser Außenbereich aber nur durch die Halle. Das Arena-Public-Viewing startet mit dem Mexiko-Spiel und endet ebenfalls nach dem letzten Einsatz des deutschen Teams.

Von der Idee, zusätzlich auch in der Europahalle Fußballübertragungen über die Bühne gehen zu lassen, hat sich die MVG verabschiedet, als klar war, dass Naunheim den Viehmarkt „bespielt“. Esser: „Es wäre doch blöd, sich auf  so engem Raum Konkurrenz zu machen.“