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Schule
Platz für mehr als 60 Container gesucht

Der Verkehrsübungsplatz könnte das Ausweichquartier für die Ruwertalschule werden.
Der Verkehrsübungsplatz könnte das Ausweichquartier für die Ruwertalschule werden. FOTO: Friedemann Vetter
Waldrach. In Waldrach wird eine neue Schule gebaut. Offen ist, wo das Ausweichquartier stehen soll, in dem die Schüler während der Bauarbeiten unterrichtet werden. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Ein Hausbau ist ein Klacks im Vergleich zu dem, was in Waldrach geplant ist. Dort soll eine neue Ruwertalschule gebaut werden. Diese besteht aus einer Grundschule sowie einer Realschule plus. Nach Auskunft der Kreisverwaltung Trier-Saarburg werden dort insgesamt 20 Klassen unterrichtet.

Wo die Schüler während der Bauarbeiten fürs Leben lernen werden, ist bisher noch offen. Ursprünglich sollte nur der Gebäudeteil neu gebaut werden, der für die Realschule plus vorgesehen ist. Doch der Verbandsgemeinderat Ruwer hat sich anders entschieden. Anstatt das Grundschulgebäude nur grundlegend sanieren zu lassen, soll nun auch dieser Teil neu entstehen (der TV berichtete). Die Kosten für diesen Bereich steigen somit von ursprünglich knapp 1,5 Millionen Euro (Sanierung) auf  inzwischen geschätzte 2,2 Millionen Euro (Neubau). Als Trägerin der Grundschule muss die Verbandsgemeinde diese Summe übernehmen. Träger der Realschule plus ist hingegen der Landkreis Trier-Saarburg. Der muss vermutlich insgesamt rund 7,5 Millionen Euro investieren.

Wenn alles wie geplant läuft, werden die Schüler nach Auskunft der Kreisverwaltung Trier-Saarburg Mitte 2019 in Ausweichquartiere umziehen. Fragt sich nur, wo sich diese befinden. Denn das ist noch nicht klar. Untersucht werden zwei Standorte: einerseits ein Grundstück im Besitz der Ortsgemeinde Waldrach neben dem Schulgelände, andererseits der Verkehrsübungsplatz neben dem Gebäude von Rettungswache und Feuerwehr an der Hermeskeiler Straße, der auch als alter Sportplatz bekannt ist.

Martina Bosch, Sprecherin der Kreisverwaltung, sagt, dass 20 Klassen ausgelagert werden müssen. Das bedeute, dass Platz für mindestens 60 Container gebraucht wird, da ein Klassenraum aus drei Containern bestehe. Hinzu kommen laut Bosch noch Räume für die Verwaltung der beiden Schulen.

Die Ortsgemeinde Waldrach will laut Niederschrift der Sitzung des Gemeinderats vom November „an ihrem Vorschlag vom März 2017 festhalten, die Container-Schule auf dem der Schule angrenzenden gemeindlichen Grundstück zu installieren“. Diese Haltung bestätigt Ortsbürgermeister Heinfried Carduck auf TV-Anfrage. Er verweist auf noch laufende Recherchen der Kreisverwaltung. Welche Vorteile der Standort neben der Schule gegenüber dem auf dem alten Sportplatz hat, sagt er nicht. Im Gegenzug gibt es auch von der Kreisbehörde keine Information darüber, warum der von der Ortsgemeinde favorisierte Ausweichplatz nicht geeignet ist

Fest steht hingegen, bis wann Architekten ihre Vorstellungen von der neuen Ruwertalschule konkretisiert haben müssen. Bis um 17 Uhr am 20. März müssen Modelle abgegeben worden sein. Vier Fachpreisrichter und drei Sachpreisrichter (Landrat Günther Schartz, Schulleiter Markus Lehnert und ein Vertreter der Verbandsgemeinde Ruwer) werden ähnlich wie bei den Entwürfen für den Neubau der Realschule plus Kell oder der neuen Trevererschule in Schweich dann drei Siegerentwürfe küren.

Die Gebäude der Ruwertalschule in Waldrach sollen zum größten Teil abgerissen werden. Die Schüler werden zwischenzeitlich in Containern unterrichtet.
  
Die Gebäude der Ruwertalschule in Waldrach sollen zum größten Teil abgerissen werden. Die Schüler werden zwischenzeitlich in Containern unterrichtet.   FOTO: Portaflug