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Der Wasserturm gibt ein Geheimnis preis

Der Wasserturm gibt ein Geheimnis preis

Bei Arbeiten am Wasserturm, der sich am Felshang der Löwenburg befindet, ist ein vermutlich 400 Jahre alter Brunnen aus Sandstein gefunden worden.

Gerolstein. Unbeobachtet von neugierigen Blicken, quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit, haben die Sicherungsarbeiten am Wasserturm begonnen. Das 19 Meter hohe Mauerwerk am Felshang unterhalb der Gerolsteiner Löwenburg ist durch eine Plane am Baugerüst verhüllt. Zuerst haben die Arbeiter den Turm, der komplett zugeschüttet und zugewuchert war, von Geröll und Erde befreit. Zwei Meter unterhalb der Mauerkrone sind sie dabei auf einen Brunnenschacht aus Sandstein gestoßen.

Michael Müller vom Landesbetrieb Liegenschaften und Baubetreuung in Trier: "Das gute Stück wird wohl 400 Jahre alt sein." Rund zwei Meter tief wurde auch der Brunnen freigeräumt. Müller: "Tiefer werden wir vermutlich nicht gehen." Im unteren Drittel ist der Brunnen vermutlich teilweise in den Felshang ge stemmt worden. Projektleiter Josef Germund vom Gerolsteiner Bauamt sagt: "Der Brunnen diente wohl als Sammelstelle für das Oberflächenwasser aus dem Hang. Er wurde nicht von einer Quelle gespeist."

Der Gerolsteiner Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz freut sich über den Fund. Er sagt: "Das ist eine Bestätigung für die Vermutungen, die hiesige Heimatforscher schon immer geäußert haben." Stadtgeschichtsexperten gehen davon aus, dass vom Turm aus die Löwenburg, die 1115 als Jagdschloss erwähnt wurde, mit Wasser versorgt wurde. Zeitgleich sei mit dem Fund ein weiterer Beweis für die große Bedeutung des Ensembles mit Burg und Wasserturm als Kulturdenkmal für Gerolstein offen gelegt worden. Schwartz dankt ausdrücklich allen beteiligten Behörden. Er sagt: "Endlich kann nach 15 Jahre dauern den Bemühungen Klarheit in unsere Geschichte und in die bauliche Sanierung gebracht werden, so dass das Denkmal für unsere Nachkommen erhalten bleibt."

Die Kosten belaufen sich auf rund 375 000 Euro, 80 Prozent davon übernimmt das Land. Die Projektleiter gehen nicht davon aus, dass sich durch die historischen Funde die Kosten verändern.

Allerdings wird der Brunnen inmitten des Wasserturms für die Öffentlichkeit unzugänglich bleiben. Müller erklärt: "Die Topografie lässt keine Zuwegung zu. Vom Burgplateau ist die Krone des Wasserturms nicht mehr erreichbar." Das war vor einigen Jahrhunderten wohl anders, wie die Funde belegen. Danach gab es Stufen und eine Öffnung im oberen Mauerabschnitt, an der Hangseite gelegen. Die Mauern des Wasserturms sind marode.

Bereits 2003 wurden gefährliche Ausbuchtungen mit hölzernen Verstrebungen gesichert, damit keine Steine auf die darunter liegenden Gebäude fallen konnten. Bis zum Jahresende wird die Spezialfirma das Mauerwerk sichern: teilweise Steine neu in Mörtel setzen und Fugen erneuern.