"Große Sprünge sind nicht mehr möglich"

"Große Sprünge sind nicht mehr möglich"

Da sich das Land seit Jahren mit immer weniger Geld am Kreisstraßenbau beteiligt, ist die Liste der Vorhaben überschaubar geworden. Demnächst beginnt der Ausbau der Straße in Höchstberg, im Juli folgt die Strecke zwischen Mehren und Steiningen - mehr sei nicht möglich, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Daun/Gerolstein. Es ist noch gar nicht so lange her: 2012 war für den Kreisstraßenbau in der Vulkaneifel ein Volumen von zehn Millionen Euro vorgesehen, 18 Projekte standen auf der Liste. Welch ein Unterschied zum laufenden Jahr, in dem zwei Vorhaben in Angriff genommen werden. "Die Fördermittel des Landes sind nach und nach runtergefahren worden", nennt die Sprecherin des Kreises Vulkaneifel, Verena Bernardy, eine Begründung für das überschaubare Programm 2016.
Das Kreisstraßennetz umfasst gut 350 Kilometer, an Sanierungsbedarf mangelt es nicht. So wartet beispielsweise die Gemeinde Dreis-Brück "sehnsüchtig" darauf, dass die maroden Kreisstraßen 59 und 65 auf Vordermann gebracht werden (eigener Bericht dazu folgt), aber sie wird sich voraussichtlich bis 2018 gedulden müssen.
Mittlerweile gleicht das Kreisstraßenbauprogramm einem "Verschiebebahnhof": Je weniger Geld zur Verfügung steht, desto mehr muss geschoben werden, die Liste wird also zwangsläufig immer länger. "Wir wollen möglichst viele Projekte zeitnah von der Liste streichen, aber leider haben wir kaum noch Spielraum", sagt Bernardy. Da nutzt es auch nichts, dass die Bundesregierung für das laufende Jahr deutlich mehr Geld für den Straßenbau zur Verfügung gestellt hat - aber eben für "ihre" Bundesstraßen, für den Kreis mit seinen Straßen fällt da nichts ab.
Auf der 2016-er Liste steht der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Höchstberg (K 94). Knapp 500 Meter lang ist der Abschnitt, der laut Verwaltung durch "Risse, Setzungen, Verdrückungen und Flickstellen" gekennzeichnet ist. Der Auftrag ist bereits vergeben, die Baustelleneinweisung steht bevor, es geht also demnächst los. Mit dem Straßenausbau werden - auf Kosten der Ortsgemeinde - die Gehwege erneuert, zudem wird die Gelegenheit genutzt, um Kanal und Wasserleitung zu modernisieren. Geschätzte Gesamtkosten: 924 000 Euro. Mit "Rissen, Setzungen, Verdrückungen und Flickstellen" kann auch das zweite Projekt zur Genüge aufwarten: die K 16 von Mehren in Richtung Steiningen.
Weiter Geld in die bloße Unterhaltung zu stecken, sei "unwirtschaftlich", sagt die Sprecherin der Kreisverwaltung. Deshalb wird nun umfassend saniert. Die Kosten werden auf etwa 930 000 Euro geschätzt. Davon übernimmt das Land 70 Prozent, der Rest (knapp 280 000 Euro) der Kreis. Baubeginn ist voraussichtlich im Juli.
Und die Perspektiven? "Bei gleichbleibenden Fördersätzen des Landes werden sich alle Beteiligten in Geduld üben müssen. Große Sprünge sind einfach nicht mehr möglich", sagt Bernardy.