Karla bringt Kindern Klettern bei

Karla bringt Kindern Klettern bei

Doppelte Freude bei Groß und Klein: Im Rahmen des erfolgreichen "Karla"-Gesundheits- und Bewegungsprojekts für Kinder, das der Bund bislang mit 300 000 Euro bezuschusst hat, wurde nun im Bolsdorfer Tälchen ein Fitnesspfad gebaut. Zudem kam aus Berlin das Signal, dass das Vorhaben um zwei weitere Jahre verlängert wird.

Hillesheim. "Auf dem Klettergerüst rauf und runter zu schaukeln, ohne runter zu fallen. Das hat mir am besten gefallen." Stolz berichtet Anna (5) aus dem Kindergarten Kunterbunt in Hillesheim von ihren ersten Erfahrungen auf dem neuen Fitnesspfad für Kinder im Bolsdorfer Tälchen, der nun im Rahmen des Gesundheits- und Bewegungsprojekts "Karla" geschaffen wurde. Ihrer Freundin Jule (5) hat das Balancieren auf dem langen krummen Baumstamm am meisten Spaß gemacht. "Auch, ohne runterzufallen", wie sie betont.

Angesichts der strahlenden Kinder freuen sich auch die drei "Macherinnen" des erfolgreichen Projekts: Hillesheims Bürgermeisterin Heike Bohn, Ernährungsberaterin Karin Pinn und Sonja Hilgers aus dem Hillesheimer Rathaus.

Für die beantragte Verlängerung um zwei Jahre gab es nun positive Signale aus Berlin. Darüber freut sich allen voran Bürgermeisterin Bohn: "Wir haben zwar noch nichts schriftlich, aber kürzlich eine mündliche Zusage erhalten, dass die Verlängerung um zwei weitere Jahre genehmigt wird. Darüber freue ich mich natürlich sehr."

Den Fitnesspfad mit sechs Bewegungselementen, der rund 10 000 Euro gekostet hat, erachtet sie als Vorzeigeprojekt im Rahmen des Gesamtvorhabens. Die Zusammenarbeit mit dem Forst, der die Bewegungselemente weitgehend gebaut hat, den Schulen und Kindergärten, deren Wünsche in Absprache mit einem Wald- und einem Sportpädagogen realisiert wurden, sind laut Bohn vorbildlich und exemplarisch für das Gesamtprojekt. "Die Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerks, das aufgebaut wurde, ist einfach toll. Das ist eines der Ziele, die schon erreicht wurden und die mit Sicherheit auch über das Projekt hinaus Bestand haben werden", sagte Bohn. Schließlich sei eine enge Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule grundsätzlich sinnvoll - aber eben nicht überall Realität.

Auch Ernährungsberaterin Karin Pinn, die bislang die Projektleitung innehatte und als Bindeglied zum Bund und der Forschungseinrichtung, die das Vorhaben begleitet, fungierte, zeigte sich erfreut. Sie sagte: "Das ist auch eine Bestätigung, dass unsere Arbeit gut war. Schließlich werden nicht alle Projekte vom Bund verlängert."

Auch das bislang Erreichte gebe Anlass zur Zufriedenheit. So seien in den Kindergärten die tägliche Bewegungsstunde sowie der tägliche Obst- und Gemüseteller eine feste Institution, in der Grundschule Hillesheim sei "Gesundes Kochen" fester Bestandteil des Ganztagesprogramms am Nachmittag. Die Kinder trügen ihre Überzeugungen von gesundem Essen und Leben ins Elternhaus. Dennoch sagt Pinn: "Die zwei weiteren Jahre braucht es noch zur Verstetigung. Schließlich ist es das Ziel, dass die Inhalte auch nach dem Projekt fest in den Köpfen verankert sind und jeder der Beteiligten sagt, dass das alles unverzichtbar ist."

Nicht als unverzichtbar für das Projekt sieht sich Pinn selbst. Sie gibt die Projektleitung an Doris Schöpper weiter, die sich bislang um die Ernährungsthematik an der Grundschule Hillesheim gekümmert hat. Dennoch wird Pinn sich nach wie vor um die wissenschaftliche Begleitung kümmern und mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Meinung

Die beste Bestätigung

Die Verlängerung des Karla-Projekts und die Bereitstellung weiterer Fördergelder durch den Bund, der bereits 300 000 Euro nach Hillesheim überwiesen hat, zeigen: Das, was in Hillesheim vom Macherinnen-Trio Bohn, Pinn, Hilgers in Sachen "Bewegung und bessere Ernährung für Kinder" auf die Beine gestellt wurde und wird, ist vorbildlich. Eine bessere Bestätigung gibt es nicht. m.huebner@volksfreund.deExtra Das "Karla"-Projekt ist eines von 24 Vorhaben, die sich bei einem bundesweiten Wettbewerb unter 490 Teilnehmern durchgesetzt haben. Unter dem Motto "Besser essen - mehr bewegen" sollen Strategien erarbeitet werden, wie Übergewicht und motorischen Defiziten bei Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter vorgebeugt werden kann. Dafür wurde das auf drei Jahre angelegte "Karla"-Projekt in der VG Hillesheim - das einzige in Rheinland-Pfalz - vom Bund mit rund 300 000 Euro ausgestattet. Die beantragte Verlängerung um zwei Jahre wurde bereits signalisiert. Es wird mit weiteren Zuschüssen zwischen 30 000 und 40 000 Euro gerechnet. Vom überwiegenden Teil des Geldes wurden Personalkosten bestritten. Zu einem geringen Teil wurden Ausstattungsgegenstände angeschafft. (mh)