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Herausforderung in der digitalen Medienwelt

Herausforderung in der digitalen Medienwelt

Mehrere Hundert Schüler haben sich in diesen Tagen an der Hochschule Trier über Studienfächer und Berufsaussichten informiert. Wie auch schon bei früheren Veranstaltungen waren die Vortragsräume und -stände der Hochschule und der Agentur für Arbeit stark nachgefragt.

Trier. In etwa weiß Jennifer Seifert aus Trier, welche Studienrichtung sie später einschlagen will. Modedesign ist ihr Ding, da schwimmt sie mit ihren Freundinnen Tiger-Lily Ketellapper (Berglicht) und Natalie Welsch (Konz) auf einer Welle. Doch so richtig sicher sind sich die drei jungen Frauen noch nicht. Die richtige Orientierungshilfe erwarten sie sich vom Info-Tag für Studieninteressierte.
Technik und schöne Künste


Den veranstaltete die Hochschule Trier in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit gleich an zwei Standorten in der Römerstadt. Während oben auf dem Schneidershof besonders die Technik im Fokus steht, laden auf dem Irminenfreihof vor allem die schönen Künste ein. Design heißt hier das Zauberwort, das mit gänzlich unterschiedlichen Studiengängen lockt.
Beim Intermedia Design kann sich Professor Daniel Gilgen über einen vollen Hörsaal freuen. Rund 100 junge Leute folgen konzentriert seinen Ausführungen. Wer sich hier einschreibt, hat später eine große berufliche Bandbreite. Was schon die Liste der potenziellen Arbeitgeber deutlich macht. Die reicht von Agenturen bis hin zu Banken.
Aktuell gibt es rund 160 Studierende hier, die sich auf ihr späteres Berufsleben vorbereiten. "Intermedia Design ist noch eine junge Fachrichtung, unter der sich vor allem die Eltern der Schüler noch nichts Genaues vorstellen können", sagt der Professor und verweist darauf, dass diese Bandbreite vom Design für Mobiltelefone über das Gestalten von Messen und Ausstellungen bis hin zur Zusammenarbeit mit Computerspielen reicht. Die Berufschancen sind gut: "Geschätzt rund 80 Prozent der Absolventen bekommen sofort eine Stelle." Sechs Semester oder drei Jahre dauert das Regelstudium, dazu kommt wahlweise noch ein Auslandssemester. "Das wird von vielen gerne in Anspruch genommen", weiß Gilgen.
Handwerkliche Begabung gefragt


Wer in der digitalen Welt der Medien seine Herausforderung sucht, sei hier gut aufgehoben, beantwortet er die Frage einer Schülerin. Denn während es in klassischen Berufen wie Architekt zunehmend schwieriger werde, eine Anstellung zu finden, wachse der Bedarf im Bereich des Intermedia Design nahezu täglich. Zudem nehme hier auch die Bandbreite der Berufe ständig zu. Eine Etage höher versucht Katharina Reimann Studierende für den Bereich Modedesign zu gewinnen. Es ist eine kleine Außenstelle der Hochschule Trier, die ihren Sitz in der Edelsteinstadt Idar Oberstein hat. Es mache keinen Sinn, wegen der Stadt dieses Studium aufzugreifen, sagt Reimann, die dort als Lehrbeauftragte tätig ist. Der Charme des Städtchens sei im Winter doch sehr überschaubar. Einen großen Vorteil aber gebe es doch: "Hier bekommen Sie die Rohstoffe für Ihre Arbeit sehr günstig im Kilopreis."
Eine handwerkliche Begabung sollte schon gegeben sein, bauen die Studierenden ab dem fünften Semester doch vor allem Schmuck- und Designstücke. Auch hier dauert das Studium sechs Semester, wer will, kann in zusätzlichen vier Semestern ein Studium mit dem Master krönen.
Natalie Welsch will das Gehörte erst mal sacken lassen. Der Informationstag habe ihr aber eine Menge an neuen Informationen beschert. "Und auch die Erkenntnis, dass es auch Berufe gibt, die man für sich besser nicht in Anspruch nimmt."