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Ein Hauch von Bundesliga auf der Fidei

Ein Hauch von Bundesliga auf der Fidei

Der Frauenfußball auf der Fidei entwickelt sich positiv: Seit der Gründung der MSG Zemmer haben sich die Strukturen der Jugendarbeit verbessert - die Folge sind gute Ergebnisse für die Juniorinnen. Nach einem verpufften WM-Hype gilt es für den Verein, den Frauenfußball nun dauerhaft zu etablieren.

Rodt. Der Frauenfußball hat auf der Fidei eine lange Tradition. 1985 startete das Projekt "Zemmerer Frauen - Auf zur Bundesliga" des 1. FC Zemmer. Der Verein widmete sich damit früh der Förderung des Frauenfußballs, bedenkt man, dass der DFB erst 1970 das Fußballverbot für Frauen aufgehoben hatte. Einen hohen Stellenwert hat in den Eifelgemeinden seit jeher die Jugendarbeit. 2006 startete die JSG Schleidweiler/Rodt/Zemmer erstmals mit eigenen E- und C-Mädchenmannschaften unter Trainerin Dörte Lange in den Spielbetrieb. Aller Anfang war für die Fidei-Mädchen naturgemäß schwer, doch die kommenden Jahre sollten eine positive Entwicklung zeigen.
Im Jahr 2009 schloss sich die JSG mit den Vereinen aus Speicher, Herforst, Preist und Orenhofen zur Mädchenspielgemeinschaft Zemmer zusammen. Mit Gründung der MSG wurden die Kapazitäten auf einen Spielbetrieb mit drei Mannschaften ausgebaut. Die MSG feierte schon in der ersten Saison Erfolge: Die D-Mädchen wurden 2009/2010 Kreismeister, Kreispokalsieger und Bezirksmeister. Nur knapp verpassten die Juniorinnen die Rheinlandmeisterschaft nach einer 0:1-Niederlage im Finale gegen Bad Neuenahr-Ahrweiler. Das Triple auf Kreisebene wurde in der nächsten Saison verteidigt. Die C-Jugend schaffte 2012 den Aufstieg in die Rheinlandliga, die B-Mädchen spielen aktuell in der Bezirksliga.
Mit der Etablierung der MSG wurde auf der Fidei eine strukturelle Voraussetzung für erfolgreiche Jugendarbeit geschaffen. Heute kicken 47 Mädchen in der Spielgemeinschaft. In den unteren Altersklassen spielen Mädchen und Jungen zusammen, ab der D-Jugend werden separate Teams der MSG gebildet. Joachim Schönhofen trainiert seit 2009 die C-Mädchen der Spielgemeinschaft. Das Erfolgsrezept sei "beharrliche Arbeit" von Team und Betreuern, sagt der 49-Jährige. "Die Mädchen sind lernfähig und wissbegierig, vielleicht sogar ehrgeiziger als die Jungs", findet Trainer Schönhofen und betont den individuellen Ansatz der Jugendarbeit: "Wichtig ist, dass wir uns früh um die Mädchen kümmern und sie in die U-Mannschaften einbinden. Dabei muss man von Spielerin zu Spielerin entscheiden, wann der Wechsel vom Jungen- zum Mädchen-Team stattfindet."
Im Zuge der Frauenfußball-WM in Deutschland wurde ein regelrechter Boom für den Frauenfußball erwartet. Auf der Fidei sei der WM-Effekt jedoch "verpufft", sagt Trainer Joachim Schönhofen. Der Verein habe im WM-Sommer 2011 Tausende Flyer in der Region verteilt, doch letztendlich nur sehr wenige Rückmeldungen erhalten. "Es interessieren sich seitdem nicht mehr Mädchen oder Zuschauer für den Frauenfußball", stellt Schönhofen fest.
Viele Vereine werben um die Talente der Region. Gegen die Konkurrenz aus Issel, Wittlich und Bitburg sprechen gute Argumente für die MSG Zemmer, wie die starken Leistungen der D- und C-Mannschaften beweisen. In den kommenden Jahren gilt es für die Fidei-Vereine, den Übergang von Juniorinnen in die Frauenmannschaften zu schaffen. Gelingt dieser Sprung, kann der Mädchen- und Frauenfußball langfristig in der Südeifel im Trie rer Land etabliert werden. Ein Prestige-Objekt für die Entwicklung des Frauenfußballs ist der Steka-Cup in Schleidweiler, bei dem sich die MSG mit starken Gegnern misst. mawExtra

Der Steka-Cup findet am 9. Juni auf dem Rasenplatz in Schleidweiler statt. Initiator und Sponsor des Turniers ist Rainer Steffen, Inhaber der Firma Steka in Zemmer. In diesem Jahr geht der Cup nach dem erfolgreichen Debüt in die zweite Auflage. Beim Juniorinnen-Turnier trifft die C-Jugend der MSG Zemmer in Gruppe A auf hochkarätige Gegner, unter anderem die U15 des 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Der Erst- und Zweitplatzierte beider Gruppen qualifizieren sich für das Viertelfinale und spielen danach im K.o.-Modus um den Turniersieg. Gruppe A Wacker München 99 1. FC Köln FFC 08 Niederkirchen MSG Zemmer Borussia Mönchengladbach Gruppe B Fortuna Köln Nationalmannschaft Luxemburg 1. FC Saarbrücken VfL Sindelfingen Bayer 04 Leverkusen