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Auf dem Pferd geht alles leichter

Können nicht nur laufen, sondern auch Gutes tun: Der Bitburger-Stadtlauf-Organisationsleiter Marco Fandel (stehend links) und die Stadtlauf-Mitbegründer Guido Kirsch (Mitte) und Peter de Winkel (rechts) überzeugen sich davon, dass die Spenden beim therapeutischen Reiten gut angelegt sind. TV-Foto: Holger Teusch
Können nicht nur laufen, sondern auch Gutes tun: Der Bitburger-Stadtlauf-Organisationsleiter Marco Fandel (stehend links) und die Stadtlauf-Mitbegründer Guido Kirsch (Mitte) und Peter de Winkel (rechts) überzeugen sich davon, dass die Spenden beim therapeutischen Reiten gut angelegt sind. TV-Foto: Holger Teusch
Bitburg. Der Bitburger Stadtlauf ist einer der traditionsreichsten Benefizläufe der Region. Aber was passiert mit dem gesammelten Geld? Die Helfer der Veranstaltung haben sich jetzt überzeugt, dass es gut angelegt ist.

Bitburg. Guido Kirsch zeigt auf den jungen Mann mit Brille, der gerade aufs Pferd gestiegen ist. "Seht euch Patrick an: Der spricht sonst kaum ein Wort, bis er auf dem Pferd sitzt", erzählt der Vorsitzende der Behindertensportgruppe (BSG) "Gemeinsam aktiv". In Einheit mit dem Tier taut Patrick auf. Er vertraut dem Pferd, und das Pferd schenkt ihm Vertrauen. Um einen engen Kontakt zwischen Mensch und Tier zu gewährleisten, wird gibt es deshalb keine Sättel, sondern nur Decken.
Außerdem: Reiten sei für die Menschen mit Beeinträchtigung eine gute Möglichkeit, Bewegungserfahrungen zu sammeln, erklärt Kirsch. Es gebe Bewegungen nach vorne und hinten, links und rechts, oben und unten. "Das ist sonst vielleicht nur noch beim Kanu", sagt der Pädagoge. "Durch das Pferd lässt sich Patrick auch sonst viel mehr auf andere Bewegungen ein", erzählt Kirsch.
Dreimal wöchentlich bietet die BSG "Gemeinsam aktiv" für jeweils sechs Menschen mit Behinderung eine Übungsstunde an. Die Altersspanne ist groß: vom Sechs- bis zum 52-Jährigen. Zwischen 2000 und 2500 Euro kostet den Verein jährlich das therapeutische Reiten in der Reithalle Bitburg-Mötsch. Finanziert wird das unter anderem durch die Einnahmen aus dem Bitburger Stadtlauf. 4100 Euro kamen bei der vom Trierischen Volksfreund und seinem Laufportal www.volksfreund.de/laufen präsentierten Veranstaltung im September zusammen.
In die Organisation des Stadtlaufs sind neben BSG- auch Mitglieder vieler anderer Vereine und Gruppierungen eingebunden. Engagiert ist unter anderem auch die Laufgruppe des TV Bitburg. Die Ausdauersportler unterbrachen am vergangenen Dienstag ihrem Trainingslauf in der Reithalle Mötsch, um zu sehen, was mit den Stadtlauf-Einnahmen passiert. "Die Leute sollen sehen, wofür sie arbeiten", sagt Kirsch.
Behinderte und nicht behinderte Menschen beim Sport zusammenzubringen, ist - wie es der Namenszusatz "Gemeinsam aktiv" impliziert - ein Grundgedanke der BSG. "Das soll kein Ghetto sein. Die Menschen gehören in die Mitte der Gesellschaft", betont Kirsch. Auch bei den anderen Angeboten des Vereins, für den der restliche Teil der Stadtlauf-Einnahmen bestimmt ist, steht das Miteinander im Vordergrund.
Die Kombination zwischen Läufern und Behindertensportlern sei ideal: "Kein Sport kann einfacher gemeinsam betrieben werden als Laufen", sagt Marathonläufer Kirsch. teu