Kuba, Argentinien, Trier

In einer Woche gastiert die Volleyball-Weltspitze in Trier. Die deutschen Männer treffen am 25. und 26. Juni in der World League auf Kuba. Bundestrainer Raul Lozano, der mit seiner Mannschaft derzeit in seiner Heimat Argentinien weilt, äußert sich im TV-Interview zu diesen Spielen.

(BP) Zwei Heimsiege gegen Polen, zwei Auswärtsniederlagen auf Kuba - so lautet die bisherige Bilanz der deutschen Volleyballer in der aktuellen World-League-Saison. Vor den Partien in Argentinien heute und morgen äußerte sich Bundestrainer Raul Lozano im Interview mit TV-Redakteur Björn Pazen zu den Gastspielen seiner Mannschaft am 25. und 26. Juni gegen Kuba in Trier. Seit 2009 ist der Argentinier Lozano Bundestrainer, führte die Männer zur EM-Qualifikation und in die World League.

Gegen Polen gelang Ihrer Mannschaft ein Traumstart in die World League mit zwei Heimsiegen. Hatten Sie mit der zwischenzeitlichen Tabellenführung gerechnet?

Lozano: Eine ganz große Überraschung war es nicht. Wir haben gut gespielt. Überraschend war eher, dass Polen nicht auf dem gewohnten Niveau gespielt hat. Vielleicht lag es aber auch daran, dass wir so gut waren und sie sich nicht entfalten konnten.

Vor einer Woche folgten dann zwei Niederlagen (1:3, 0:3) auf Kuba - war dort nicht mehr drin?

Lozano: Nein, wir haben unser Bestes gegeben, und die Ergebnisse waren dem Spielverlauf nach gerecht. Die Spiele waren nicht so schlecht, aber immer am Satzende haben wir die Präzision vermissen lassen.

Welche Lehren haben Sie aus diesen Partien für die beiden Heimspiele gegen Kuba kommende Woche in Trier gezogen?

Lozano: Wir haben für die ganzen Umstände bezahlt: lange Flugreise, Zeitumstellung von sechs Stunden, hohe Luftfeuchtigkeit, 32 Grad am Abend. Man lernt immer mehr aus den Niederlagen als aus den Siegen. Die Kuba-Spiele haben uns unsere Defizite aufgezeigt.

Jetzt sind Sie in Argentinien. Schlaucht der Reisestress?

Lozano: Das ist zwar aktuell ein Problem. Aber am Ende der Vorrunde haben alle dafür bezahlt. Wir haben auf Kuba verloren, Argentinien in der Woche zuvor, und demnächst sind wahrscheinlich die Polen dran. Danach kommt Kuba nach Europa und man wird sehen, wer es am besten verarbeitet hat.

Welche Chancen hat Deutschland in Argentinien?

Lozano: Es wird ein ganz anderes Spiel werden. Die Argentinier sind schneller im Angriff und technisch wie taktisch gut ausgebildet. Sie haben dafür weniger Möglichkeiten, wenn sie hohe Bälle spielen müssen.

Waren Sie schon einmal in Trier?

Lozano: Leider noch nicht.

Mit vielen Zuschauern rechnen Sie in Trier?

Lozano: Ich wünsche mir eine ausverkaufte Halle.

Ihre Mannschaft hat die EM-Qualifikation geschafft, steht nach siebenjähriger Abstinenz wieder in der World League - welchen Stellenwert hat Männer-Volleyball derzeit in Deutschland?

Lozano: Für mich ist es das Wichtigste überhaupt, da es meine Arbeit betrifft. Wir versuchen, mit der Nationalmannschaft mit gutem Beispiel voranzugehen und hoffen, dass sich unsere Erfolge und Leistungen übertragen auf die Presse und das Fernsehen. Wir sind zwar noch auf der Suche nach einem Durchbruch, aber es entwickelt sich ein Prozess in die richtige Richtung.

Inwiefern haben Sie schon Olympia 2012 im Blick?

Lozano: Noch nicht. Natürlich sind alle die Qualifikationen für EM, WM und Weltliga sowie das Ausbilden junger Spieler auf das Endziel Olympia hin ausgerichtet. Aber ich denke nicht schon jetzt ständig an Olympia.

Was wäre für Sie das Traumergebnis gegen Kuba in Trier?

Lozano: Zwei klare Siege, aber erst müssen wir an die Spiele gegen Argentinien denken.

Extra

Die Länderspiele in Trier: Die World-League-Partien gegen die Weltklasse-Mannschaft aus Kuba in der Arena sind am Freitag, 25. Juni, um 20 Uhr und am Samstag, 26. Juni, um 14 Uhr. Bisher wurden bereits über 1000 Tickets verkauft. Karten gibt es in den TV-Servicecentern Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie unter www.volksfreund.de/tickets. Ausschließlich bei der Arena Trier (Telefon: 0651-46290103) werden spezielle Kartenkontingente für Vereine und Gruppen sowie Familien verkauft.

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