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Marathon-Bestzeit nach Vaterfreuden

Christoph Gallo erzielte beim Frankfurt-Marathon in 2:26:01 Stunden die fünftbeste Zeit eines Läufers aus Bitburger, Prümer und Dauner Vereinen seit Beginn der Aufzeichnungen. TV-Foto: Holger Teusch
Christoph Gallo erzielte beim Frankfurt-Marathon in 2:26:01 Stunden die fünftbeste Zeit eines Läufers aus Bitburger, Prümer und Dauner Vereinen seit Beginn der Aufzeichnungen. TV-Foto: Holger Teusch FOTO: Holger Teusch (teu), Holger Teusch ("TV-Upload Teusch"
Frankfurt. Christoph Gallo von der LG Vulkaneifel rennt beim Frankfurt-Marathon 42,195 Kilometer in 2:26:01 Stunden. Für Richard Luxen läuft es nicht so gut. Holger Teusch

Frankfurt Hätte, wenn und wäre nützen nichts! Seit Beginn des Jahres hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die Startmöglichkeiten von Ausländern bei deutschen Meisterschaften stark eingeschränkt. Aber wenn es noch die alte Regelung gäbe, wäre Christoph Gallo von der LG Vulkaneifel am vergangenen Samstag bei der Marathon-DM in Frankfurt fast unter die besten zehn gelaufen. 2:26:01 Stunden benötigte der 28-Jährige. Doch als Belgier durfte er diesmal nicht in der nationalen, sondern nur in der allgemeinen Wertung laufen.Dass sich Gallo trotzdem den am spätesten im Jahr ausgetragenen großen deutschen Stadtmarathon aussuchte und damit das Risiko schlechten Wetters (diesmal mit stürmischem Wind) in Kauf nahm, hat berufliche Gründe. "Ich habe Frankfurt gewählt, da es recht spät im Jahr ist und ich somit erst Ende August mit der Marathonvorbereitung anfangen musste. Früher im Jahr ist es für mich schwierig, konstant zu trainieren, da immer mal wieder Pausen von drei bis vier Tagen durch Arbeitsspitzen entstehen können", erklärt der selbstständige Landwirt, der in Weppeler, einen Steinwurf von der deutsch-belgischen Grenze bei Winterscheid (Kreis Bitburg-Prüm) entfernt, seinen Bauernhof hat. Die Ernte geht halt vor. Zweimal am Tag zu trainieren, kann ich mir nicht leisten, erzählt Gallo, dass er mit maximal sieben Trainingseinheiten pro Woche auskommen muss. Neun Wochen mit konstant mehr als 110 Kilometern und Spitzen bis 140 Kilometer reichten ihm, um seine persönliche Bestzeit aus 2014 um elf Sekunden zu steigern.Dabei orientierte sich Gallo an der Gruppe der zweit- und drittschnellsten Frau. Das half gegen den böigen Wind, aber: "Die afrikanischen Pacemaker waren nicht sehr konstant", bedauert Gallo. Trotzdem fühlte er sich bis Kilometer 32 gut. Dann riss eine Lücke. "Zwischen Kilometer 38 und 41,5 war mir dann richtig elend." Als er dann auf den letzten Metern auf dem roten Teppich in der Frankfurter Festhalle die Uhr sah, wäre Gallo am liebsten gesprintet, um noch unter 2:26 Stunden zu kommen. "Aber das ging nicht mehr."Letztendlich ist er zufrieden, dass er seinen ersten Marathon als Familienvater mit einer persönlichen Bestzeit beendet und sich in der "ewigen" Rangliste der LGV-Marathonis auf den fünften Platz geschoben hat. Ohne die Unterstützung von Frau, Omas und Opas wäre es unmöglich, mehr als 100 Kilometer pro Woche zu laufen, so Gallo. Laufzeiten relativierten sich sowieso. Seinen knapp einjährigen Sohn sei es schließlich egal, ob Papa 2:20 Stunden und drei Stunden laufe. Die Drei-Stunden-Schallmauer hätte Richard Luxen (ebenfalls LGV) aber gerne wieder geknackt. Doch diesmal bei dem 10 000-Meter-DM-Vierten der Altersklasse M55 nicht gut. Nach exakt 87 Minuten für die erste Hälfte verlor der 58-Jährige auf der zweiten fast eine Viertelstunde und kam als 17. der über 55-Jährigen ins Ziel.Ergebnisse/Männer, 42,195 km: 46. Christoph Gallo (LG Vulkaneifel) 2:26:01 Stunden, 1389. (275.) Richard Luxen (LG Vulkaneifel/30. (17.) M55) 3:08:42, 2624. Gottfried Schmitz (LG Pronsfeld-Lünebach) 3:26:22, 2954. Ben Uhl (Bitburg) 3:29:26, 3407. Florian Wilhelm (Bitburg) 3:35:32.