Tollkühne Narren

48 Wagen, Fußgruppen und Musikkapellen, 450 Aktive und mehrere Tausend Besucher: Der Enkircher Fastnachtsumzug, der sich durch die engen und romantischen Gassen des Ortes schlängelt, zählt zu den größten an der Mittelmosel.

Tollkühne Männer und Frauen kurven in ihren fliegenden Kisten durch die Gassen Enkirchs, Regenwürmer schauen aus der Erde und hören das Gras wachsen, und eine wild gewordene Affenbande hat nur Unsinn im Kopf: Die Enkircher Wagenbauer und Kostümschneider sind kreativ, denn in ihren Adern fließt närrisches Blut. Und sie lassen sich den Straßenkarneval nicht von Bürokraten vermiesen. Der Karneval geht immer weiter - auch ohne Paragrafenreiter. Geräuschpegelmesser wurden schon gesichtet, und Kamellen-Kautester wenden mit deutscher Gründlichkeit die neuesten Vorschriften an.

Nä, das machen echte Narren nicht mit. Die Wolfer Klosternarren kommen sogar mit einem Teppich nach Enkirch geflogen. Das Köveniger Prinzenpaar Rudi I. und Sybille I. machen den Enkirchern auf der gegenüberliegenden Moselseite ihre Aufwartung. Und zwischen all den Motivwagen und bunten Fußgruppen rollen fahrbare Glühwein-Zapfstationen. Der "Heiße" fließt in Strömen, die Bratwürste duften, das Enkircher Narrenschiff schwankt Richtung Brunnenplatz. Und immer wieder erklingt der Ohrwurm aus den Lautsprechern: "Atemlos durch die Nacht, bis ein neuer Tag erwacht."

Gut möglich, dass heute Morgen zahlreiche Narren erst spät erwachen. Aber dann geht es atemlos weiter, denn am Rosenmontag ist noch längst nicht alles vorbei.