1. Blaulicht

Enkeltrickbetrüger wieder aktiv

Enkeltrickbetrüger wieder aktiv

Ein bislang unbekannter Mann meldete sich bei zwei älteren Damen telefonisch und gab an ein Verwandter zu sein, der in eine Notlage geraten sei. Kurzfristig brauche er Bargeld zur Bereinigung der Situation.

Beide Frauen schöpften sofort Verdacht, dass hier ein Betrüger am Werk ist und informierten die Polizei.

Am Montag, 19. Oktober rief ein Mann um 11.45 h eine ältere Dame aus dem Stadtteil Göttschied an und sagte, dass er ein Großcousin von ihr sei, der in eine finanzielle Notlage geraten wäre. Er brauche dringend 20.000 Euro ansonsten hätte er schlimmes zu befürchten. Die Dame ging nicht auf die Forderung des Mannes ein und legte auf.

Vermutlich der gleiche Mann meldete sich dann gegen 14 Uhr telefonisch bei einer anderen Dame aus Idar-Oberstein und täuschte vor ihr Schwiegersohn zu sein. Er erzählte der Frau, dass er sich in Luxemburg befinde und dringend 35.000 Euro zur Bereinigung einer brenzligen Situation brauche. Da die Stimme des Mannes der Frau unbekannt vorkam, brachte sie dies zur Sprache. Der Mann erklärte dies mit einer Stimmbänderoperation. Auch diese Frau erkannte sofort die Betrugsabsichten des Mannes und verständigte die Kripo.

Enkeltrick: Hinterhältiger Betrug

Bei dieser Masche handelt es sich um den sogenannten Enkeltrick. Er ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für die Opfer oft existenzielle Folgen haben kann. Einerseits, weil Sie dadurch hohe Geldbeträge verlieren können, andererseits sehen die Opfer sich häufig auch noch den Vorwürfen und dem Unverständnis ihrer Verwandten ausgesetzt.

Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen die Betrüger bei Opfern an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, Auto- oder Computerkauf.

Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Opfer durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Auf diese Weise sind von Tätern in der Vergangenheit bereits Beträge von über 20.000 Euro erbeutet worden.
Tipps Ihrer Polizei
Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache. Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen. Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.