Kieler Schreckensszenario

Kieler Schreckensszenario

Handball: Warum es für das Topteam aus Schleswig-Holstein am Sonntag um alles geht.


Frankfurt (dpa) Der THW Kiel nur Zaungast in der Champions League? Daran können sich viele Handball-Fans kaum noch erinnern. Fast 14 Jahre liegt es zurück, dass der deutsche Rekordmeister in der europäischen Königsklasse letztmals fehlte. Um dieses Schreckensszenario abzuwenden, muss der Platzhirsch den Angriff der Füchse Berlin abwehren.
"Wir wollen immer Champions League spielen. Das ist der Anspruch der Spieler und des Vereins", sagte THW-Manager Thorsten Storm vor dem Bundesliga-Topspiel an diesem Sonntag (15 Uhr).
Es ist das Duell Dritter gegen Vierter - und nur für einen von beiden ist kommende Saison neben dem Spitzenduo Rhein-Neckar Löwen und SG Flensburg-Handewitt noch Platz in der Champions League. Ein Punkt liegen die Kieler derzeit vor den Füchsen, die sich angriffslustig geben.
"Wir wollen gewinnen und unsere Chance auf die direkte Qualifikation für die Champions League nutzen", verkündete Präsident Frank Steffel. Die seit acht Spielen ungeschlagenen Berliner strotzen vor Selbstvertrauen. "Eine Champions League ohne den THW Kiel ist kaum vorstellbar", sagte Berlins Trainer Velimir Petkovic.
"Aber wir haben jetzt die Chance, sie zu überholen und eine Überraschung zu schaffen." Um den Druck auf den Gegner zu erhöhen, spielt Petkovic bewusst die psychologische Karte: "Die Kieler schlafen nicht gut und haben viel Respekt vor uns."
Auch wenn die Verantwortlichen an der Förde immer wieder betonen, dass sich die Mannschaft im Umbruch befindet, würde ein Start im EHF-Pokal das Kieler Selbstverständnis ein wenig erschüttern. Storm nimmt die Spieler daher in die Pflicht: "Ich ziehe den Hut vor den Jungs, die schon um die 70 Spiele absolviert haben. Am Ende der Saison muss aber jeder noch einmal das Letzte aus sich herausholen, um das Ziel zu erreichen." Sollte nach dem Gewinn des DHB-Pokals auch der Einzug in die Königsklasse gelingen, könne man unter die Spielzeit "einen Haken machen und nächstes Jahr wieder angreifen".