Aufgeschlagen – neue Bücher: Amüsante Weltreise zu Trump und Kim Jong-Un

Aufgeschlagen – neue Bücher : Amüsante Weltreise zu Trump und Kim Jong-Un

Luxusurlaub auf Bali klingt erst mal toll. Besonders für einen 100-Jährigen wie Allan Karlsson. Der hat gerade eine abenteuerliche Flucht aus dem Altenheim in Schweden hinter sich, die ihn um die halbe Welt und zu Begegnungen mit den Großen des 20. Jahrhunderts von Franco bis Stalin führte.

Dass Allans Freund Julius ihm zusammen mit  einem mehr oder weniger gestohlenen Geldkoffer voller Millionen Gesellschaft leistet, macht das Ganze umso angenehmer. Allerdings nicht für lange.

2009 erschien Jonas Jonassons Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, ein Weltbestseller, der 31 Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste stand. Jetzt ist die Fortsetzung erschienen. Allan ist nun 101 und langweilt sich auf Bali. Selbst Nichtstun am indonesischen Strand wird irgendwann öde, erst recht, wenn man eigentlich Abenteurer ist und an den wichtigsten politischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts persönlich teilgenommen hat. Es muss also Spannung her. Da kommt ein lebensgefährliches Unglück im Heißluftballon am 101. Geburtstag gerade recht. Weil Allan aber irgendwie immer überlebt, ergibt es sich, dass er und Julius in Pjöngjang landen. Allan  gibt sich als Atomwaffenexperte aus, der er mehr oder weniger auch ist, woraufhin die Gäste an Nordkoreas Obersten Führer persönlich geraten. Eigentlich wollen die beiden dem Land eher weniger beim Bau der richtigen Atombombe helfen, weshalb sie in einem riskanten Manöver fliehen. Weil mittlerweile die halbe Welt von Nordkoreas Atomwaffenplänen Wind bekommen hat, werden Allan und Julius direkt vom wütenden Donald Trump einbestellt. Es beginnt eine Reise durch die Welt – von Amerika nach Schweden und über Dänemark nach Ostafrika. Dabei spielen Angela Merkel, Schwedens Außenministerin Wallström und der nordkoreanische Kim Jong-Un eine nicht unwichtige Rolle.

Jonasson erzählt aus verschiedenen Perspektiven und schlüpft mit Ironie in die Haut seiner Figuren. Gerade bei Trump wird klar, dass hier selten etwas wirklich ernst genommen wird. Mit unglaublich viel Witz schildert Jonasson so ­politische Zusammenhänge und parodiert verschiedene Staatsoberhäupter. Das zu lesen macht großen Spaß. Das Buch bietet auch denjenigen eine amüsante Lektüre, die den Vorgänger-Roman nicht kennen. Dieser 101-Jährige hat durchaus das Potenzial für weitere Abenteuer.

­Charlotte ­Heucher

Jonas Jonasson:  Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten,  Roman, aus dem Schwedischen übersetzt von Wibke Kuhn. C. Bertelsmann, München 2018. 445 Seiten, 20 Euro.

Mehr von Volksfreund