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Grüne finden sich mit höheren Preisen für Busfahrkarten nicht ab

Wohin der Busverkehr in der Region Trier steuert, ist zurzeit unklar. TV-Foto: Archiv/Roland Morgen
Wohin der Busverkehr in der Region Trier steuert, ist zurzeit unklar. TV-Foto: Archiv/Roland Morgen
Trier. Der Streit um die Zukunft des öffentlichen Busverkehrs in der Region soll nun auch den Landtag beschäftigen. Die Grünen wollen geklärt haben, wie die Landesregierung zum Verkehrsverbund Region Trier (VRT) steht und ob die geplante Erhöhung der Fahrkartenpreise gerechtfertig ist. Bernd Wientjes

Trier. Die Grünen sind sauer. Die Misere, vor der der VRT derzeit steht, sei seit Jahren absehbar gewesen, sagen die verkehrspolitischen Sprecherinnen Anja Reinermann-Matatko (Trier) und Sabina Quijano (Trier-Saarburg). Untätig habe der Verbund zugesehen, wie Jahr für Jahr die Schülerzahlen zurückgegangen und damit den Busunternehmen Einnahmen weggebrochen seien. Der VRT habe seine Hausaufgaben nicht gemacht, sagen die beiden Kommunalpolitikerinnen und stützen damit die Kritik des Mainzer Verkehrsministeriums an dem seit zehn Jahren bestehenden Zusammenschluss (der TV berichtete). Reinermann-Matatko und Quijano kritisieren damit ein Gremium, in dem sie selbst sitzen: den VRT-Zweckverband. Darin sind alle vier Landkreise und die Stadt Trier vertreten. Sie beauftragen die Busunternehmen.
Fehlende Transparenz


Die Mitglieder des Zweckverbandes, die von den Kreistagen und dem Trierer Stadtrat in das Gremium entsandt worden sind, hätten gar keinen Einblick in die Verträge mit den Unternehmen, kritisieren die beiden Grünen. Das führe dazu, dass für die Zweckverbandsmitglieder kaum nachvollziehbar sei, ob, wie von Unternehmen dargestellt, bestimmte Buslinien tatsächlich nicht auskömmlich sind, also die Erlöse aus den verkauften Fahrkarten nicht mehr ausreichten, um die Kosten zu decken. Auch wenn es wie in der jüngsten Sitzung um Preiserhöhungen gehe, fehlten den Kommunalpolitikern notwendige Informationen, um mit tatsächlichem Sachverstand zu entscheiden. Aus dem Grund hätten die Grünen gegen die für zu Beginn und im April des kommenden Jahres geplante Preiserhöhung gestimmt. Es fehle die Transparenz in dem Gremium. Die Mehrheit folge immer nur den Vorgaben der Busunternehmer, kritisieren die beiden Politikerinnen. Daher wollen Quijano und Reinermann-Matatko, dass alle bestehenden Vertrage des VRT mit den Busunternehmen geprüft werden. Zusammen mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Jutta Blatzheim-Roegler (Bernkastel-Kues) wollen sie nun in einer Landtagsanfrage geklärt haben, ob die geplante Preiserhöhung überhaupt rechtens ist. Sie fordern, die für den öffentlichen Nahverkehr zuständige Genehmigungsbehörde, der Landesbetrieb Mobilität (LBM), solle die höheren Ticketpreise überprüfen. Bislang bedient sich der VRT eines sogenannten Index-Modells, in dem die allgemeine Entwicklung der Kosten nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes berücksichtigt wird. Steigen die Preise über einen bestimmten Index, können alle im VRT fahrenden Unternehmen eine Preiserhöhung beantragen. Darüber, so die beiden Grünen-Politikerinnen, sei in der Vergangenheit nie ausführlich im Zweckverband diskutiert worden. Daher fordern sie, dass künftig alle Preiserhöhungen vom LBM geprüft werden.
Am Einfluss der Unternehmen sei bislang auch eine kreative und effiziente Planung des öffentlichen Busverkehrs gescheitert, sagen die beiden Grünen-Politikerinnen weiter. Das Angebot richte sich nicht nach dem Bedarf der Nutzer, sondern fast ausschließlich nach den wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen. Die Drohung, den VRT aufzulösen, bezeichnen die beiden Grünen als "Muskelspiel" gegenüber der Landesregierung, um mehr Zuschüsse zu bekommen.