Erfreulich und mutig

Die Zukunft Deutschlands sieht in den Augen der Demographen düster aus: Der Geburtenrückgang führt zu einer Überalterung, ganze Dörfer werden aussterben, Kindergärten und Schulen werden irgendwann um jedes Kind kämpfen müssen.

Bislang wurde der demografische Wandel immer nur negativ gesehen - steigende Ausgaben, sinkende Renten. Eine Chance hat man im gesellschaftlichen Wandel bislang nicht gesehen. Wie auch? Erfreulich und mutig zugleich, dass Experten etwa im Rückgang der Schülerzahlen nicht gleich den Untergang des Abendlandes sehen. Die Schlussfolgerung der Prognos-Studie ist logisch: Weniger Kinder bedeuten weniger Schüler, weniger Schüler verursachen weniger Kosten. Der Staat spart durch den Geburtenrückgang allein im Bereich Bildung Milliarden. Es ist also Geld da, um das oft kritisierte System effektiv zu reformieren. Man muss nur den Mut haben, endlich damit zu beginnen. Die Vorschläge der Experten, die eingesparten Kosten vor allem in Kindergärten und Grundschulen zu stecken, sollten ernst genommen werden. Dort werden die Grundlagen für die weitere schulische Bildung gelegt. Das hat man in Rheinland-Pfalz bereits frühzeitig erkannt: Vor allem in Kindergärten wurde und wird kräftig investiert, die Beiträge werden abgeschafft, die vorschulische Bildung wird verstärkt. Verständlich, dass man auf die radikalen Forderungen der Experten zurückhaltend reagiert. Im Land hat man seine Hausaufgaben gemacht und braucht vor dem demografischen Wandel zumindest in den Schulen keine Angst zu haben. b.wientjes@volksfreund.de