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Mini-Tornado verwüstet Eifel-Dorf

Mini-Tornado verwüstet Eifel-Dorf

SCHLAUSENBACH/TRIER. (mr) Ein verheerendes Unwetter hat am Dienstagabend im Eifel-Dorf Schlausenbach (Kreis Bitburg-Prüm) Sachschaden in Höhe von mehreren hundertausend Euro angerichtet. 13 Dächer von Wohnhäusern und Stallungen wurden abgedeckt. In der gesamten Region richtete das Unwetter Schäden an.

Gegen 17.30 Uhr hatte sich der Himmel über dem Prümer Land verfinstert und in und um das 160-Einwohner-Dorf Schlausenbach besonders starke Niederschläge entladen. Nach dem 15-minütigen Spuk war das Dorf zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten: Bäume blockierten Straßen und Wege. Siloplanen, Wellbleche und Steine lagen im Ort verstreut umher. Ein Wohnwagen war über eine Straße geflogen, im Hausflur eines Einfamilienhauses fanden sich Kanthölzer wieder. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Freiwillige Feuerwehren, Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, Polizei, RWE und ehrenamtliche Helfer bereiteten sich auf eine lange Nacht vor. "Hier herrschten kriegsähnliche Zustände", beschrieb ein Feuerwehrmann die Szenerie. Ein Teil des Dorfs durfte am Abend noch nicht betreten werden, da Stromleitungen bis auf die nassen Straßen herab hingen. Auch über Trier fegten Sturmböen hinweg. Begleitet wurden sie von starken Regenfällen. Besonders in den Außenstadtteilen liefen zahlreiche Keller voll, Bäume knickten um und Bauzäune flogen umher. Zweimal fielen Bäume auf fahrende Autos. Ein Insasse wurde leicht verletzt. Der Wal-Mart in Kenn stand unter Wasser. Im rheinland-pfälzischen Acht bei Koblenz hat am Abend eine Windhose fünf Häuser zum Einsturz gebracht. Bei etwa zehn Häusern seien die Dächer abgedeckt worden, teilte die Polizei mit. Dabei wurde wie durch ein Wunder niemand verletzt. Erst am Pfingstsonntag war eine Unwetterfront über den Raum Trier gefegt. In Lieser (Kreis Bernkastel-Wittlich) war während eines Freiluftkonzerts ein 50-jähriger Musiker aus Ungarn von einem Baum erschlagen worden.