Weitere Streiks in Kitas drohen

Weitere Streiks in Kitas drohen

Eltern müssen sich auf weitere Streiks in kommunalen Kindertagesstätten einstellen. Die gestrigen Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern über einen neuen Tarifvertrag sind gescheitert. Heute wird es Streiks in kommunalen Kitas im Kreis Bernkastel-Wittlich geben.

Wittlich/Berlin. (wie/dpa) Knapp 4000 Kinder gehen im Kreis Bernkastel-Wittlich in Kindergärten. Für einige von ihnen dürfte die Betreuung heute Nachmittag ausfallen. Die Erzieher der insgesamt 40 kommunalen Kitas im Kreis sind zum Streik aufgerufen. Nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind die Auswirkungen für betroffene Eltern gering. Es werde nur am Nachmittag gestreikt und die meisten Eltern hätten Verständnis für den Ausstand der Erzieher. Daher gibt es zumindest in Wittlich wohl keine Notgruppe, in der Kinder aus bestreikten Kitas betreut werden.

Allerdings müssen sich Eltern auf weitere Streiks in kommunalen Kindergärten in den kommenden Wochen einrichten. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern sind gestern gescheitert. Die Gewerkschaften wollen einen tariflich geregelten Gesundheitsschutz für die bundesweit rund 220 000 bei Kommunen angestellten Erzieher durchsetzen. Die Arbeitgeber boten an, die Beschäftigten bei der Gefährdungsanalyse des Arbeitsplatzes einzubinden und deren Gesundheitsbewusstsein zu stärken.

Auch die Erzieher in kirchlichen Kitas verfolgen den Arbeitskampf in den kommunalen Einrichtungen. Zwar dürfen sie nicht streiken, weil für Kirchen-Beschäftigte ein eigenes Tarif- und Arbeitsrecht gilt. Bisher wurde jedoch von den kirchlichen Kindergartenträgern der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes übernommen. In den 140 katholischen Kindergärten der Region Trier hätten die Erzieher genau die gleichen Probleme wie die in kommunalen Einrichtungen, sagte ein Mitarbeiter unserer Zeitung. Auch in den kirchlichen Einrichtungen werde es zu einem Erziehernotstand kommen, weil es an Nachwuchs für den Beruf mangele. Bereits jetzt könnten vielerorts Stellen für Kita-Leiter nicht mehr besetzt werden, hieß es. In den rund 250 kommunalen und kirchlichen Kindergärten in der Region werden mehr als 17 000 Kinder betreut.

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