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Der Mann für die geistliche Ergänzung

Der Mann für die geistliche Ergänzung

Am Vinzenz-von-Paul-Gymnasium in Niederprüm ist am Mittwoch ein neuer Schulseelsorger in sein Amt eingeführt werden. Pater Stephan Schmuck freut sich auf die neue Aufgabe, zusammen mit dem Schulleiter Andreas Ostermann die Schule weiterzuentwickeln.

Niederprüm. Das Vinzenz-von-Paul-Gymnasium in Niederprüm hat seit Beginn dieses Schuljahres eine neue Doppelspitze: Als vorerst kommissarischer Schulleiter ist Andreas Ostermann vom Prümer Regino-Gymnasium gewechselt. Der 42-Jährige übernimmt die Nachfolge von Pater Manfred Heinzen, der in den Ruhestand gegangen ist.
Schule und Kloster als Verbund


Um ihm einen Vertreter des Vinzentiner-Ordens an die Seite zu stellen, ist Pater Stephan Schmuck am Mittwoch als Schulseelsorger eingeführt worden. "Als geistliche Ergänzung", wie beide sagen und um die Verzahnung von Schule und Kloster zu verstärken. Der Vinzentiner-Orden wolle zudem nicht nur als Schulträger in Erscheinung treten, sondern auch in der Schulleitung vertreten sein.
Ostermann lobt das Engagement der Vinzentiner: "Das kann gar nicht hoch genug geschätzt werden." Vor allem, dass man nach wie vor an der Schule festhalte, obwohl sie natürlich viel Geld koste. Mit ihrer Ausrichtung sei die Schule ein prägender Bestandteil der Prümer Schullandschaft.
Pater Schmuck ist in Trier geboren, war aber bis vor Kurzem in Lippstadt in Nordrhein-Westfalen als Militärpfarrer bei der Bundeswehr. Eine Aufgabe, die den 40-Jährigen unter anderem nach Afghanisthan geführt hat. "Aber Militärpfarrer ist man nicht auf Lebenszeit", sagt Schmuck. Daher war er auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. In Absprache mit der Ordensleitung der Vinzentiner fiel die Wahl schließlich auf das Vinzenz-von-Paul-Gymnasium in Niederprüm. "Ich bin gerne hier", sagt Schmuck - auch wenn er sich erst in die neue Aufgabe als Schulseelsorger an einer Schule einarbeiten müsse.
Eine solche Position gab es in Niederprüm bislang nicht, daher ist vieles noch nicht klar. Ostermann und Schmuck wollen in den nächsten Wochen und Monaten gemeinsam ein Konzept erstellen. "Dabei wollen wir schauen, was es schon gibt und was man fortführen kann. Aber auch, was wir Neues machen können", sagt Ostermann. Man könne diesen Wechsel nutzen, um neue Schwerpunkte zu setzen.
Ziel der Schulseelsorge der Vinzentiner ist es, dass die Schule zu einem Lebensraum wird, an dem sich die Schüler wohlfühlen. "Schulseelsorge möchte an den Schulen eine Kultur fördern, die sich den christlichen Wertvorstellungen verpflichtet weiß: Mitmenschlichkeit und Gesprächsbereitschaft, menschliche Nähe und Verständnis, respektvolles Miteinander-Umgehen und die Bereitschaft zur partnerschaftlichen Problemlösung", schreibt der Referent für Schulseelsorge Achim Linsen beim Bistum Trier.
Ein Teil, sagt Schmuck, sind die regelmäßigen Gottesdienste - auch in der Form von Klassen- und Jugendgottesdiensten. Zusätzlich könne er sich regelmäßige Meditiationen vorstellen oder die Begleitung von Schulfahrten auf Besinnungstage.
Darüber hinaus stehe er natürlich als Ansprechpartner für alle an der Schule, ob Schüler, Lehrer oder Angesteller, zur Verfügung. "Ich möchte zunächst vor allem eine hörende Position einnehmen, um festzustellen, was eigentlich gebraucht wird", sagt Schmuck. "Man muss die Menschen da abholen, wo sie stehen."