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Ein Gelände, drei Entwicklungen

Stadtentwicklung : Ein Gelände, drei Entwicklungen

In der Bahnhofstraße in Speicher tut sich was. Auf einem Arreal, das jahrzehntelang brachlag, wird eine Villa renoviert. Ein Wohnkomplex ist geplant und das Betreuungszentrum für Menschen mit Angststörungen ist fast fertig.

Ein Bagger krabbelt auf einem Berg von Schutt herum. Holzlatten, Mauerwerk und Geröll – mehr ist von dem ehemaligen Supermarkt, der hier mal stand, nicht mehr übrig. Dort wo der Eurospar stand, klafft jetzt ein metertiefes Loch. Drumherum liegen kleinere Trümmerhaufen, feinsäuberlich zusammengekehrt.

Die Abrissbirne hat in der Speicherer Bahnhofstraße ganze Arbeit geleistet. Der seit Jahrzehnten leerstehende Markt, ein früherer Schandfleck der Stadt, wurde dem Erdboden gleichgemacht. Bald soll aus den Überresten etwas Neues entstehen. Und auch in der Nachbarschaft passiert einiges.

Das Wohnhaus: Der Investor „White Tower Estatetes“ plant auf dem Gelände einen Gebäudekomplex zu bauen. Mehr als 20 Wohnungen sollen auf einer Fläche von 500 Quadratmetern Platz finden. Einziehen könnten sowohl Senioren als auch jüngere Menschen, Quartiere sollen zur Miete und zum Verkauf angeboten werden.

„Das Projekt kann eine Versorgungslücke in Speicher schließen“, meint Bauamtsleiter Edmund Weimann. Denn in der Töpferstadt gebe es einen Bedarf an Unterkünften für junge Mieter, aber auch für ältere Menschen. Das habe ein Gutachten ergeben.

Auch der Stadtrat Speicher hat sich in der jüngsten Sitzung für das Vorhaben ausgesprochen. Einzig die Höhe des geplanten Gebäudes hatte für Unmut gesorgt. Viergeschossig sollte es nach altem Konzept mal werden. Doch das war dem Gremium zu hoch. Denn dann wäre das Haus geradezu herausragend, im wahrsten Sinne des Wortes. Kein anderes in der Umgebung hat so viele Etagen. Sofern die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm die Bauvoranfrage genehmigt, wird es deshalb wohl auf drei Stockwerke mit Tiefgarage hinauslaufen.

Der Investor war für den TV in den vergangenen Tagen nicht zu erreichen.

Das Betreuungszentrum: Das geplante Haus passt dann auch besser zum zweigeschossigen Nachbargebäude. Der Rohbau des Betreeungszentrums steht, die Fenster sind drin. „Wir sind genau im Zeitplan“, sagt Senior-Chef Max Düpre. Im Frühjahr soll die Einrichtung fertig werden. Rund eineinhalb Millionen Euro hat die Firma Max Düpre aus Hermeskeil investiert (der TV berichtete).

Es war eine Auftragsarbeit für die Barmherzigen Brüder vom Schönfelder Hof in Zemmer (Kreis Trier-Saarburg). Die planen, in dem Wohnblock zwölf psychisch kranke Menschen unterzubringen und sie dort auch zu betreuen. Vor allem Personen, die an Angststörungen leiden, sollen in der Anlage mit Unterstützung selbstständig leben dürfen. Sie bekommen dann Hilfe beim Gang zum Amt oder der Fahrt zum Supermarkt oder anderen alltäglichen Dingen, vor denen sie sich fürchten.

Die Villa: Aus dem Fenster werden sie dann ein echtes Speicherer Juwel betrachten können. Das Bauunternehmen Max Düpre will nämlich auch das prunkvolle Anwesen auf dem Nachbargrundstück renovieren. Die Villa wurde in den vergangenen Jahren vernachlässigt. Das ist ihr anzusehen.

Schon bald will das Hermeskeiler Unternehmen aber damit beginnen, den Prachtbau auf Vordermann zu bringen. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck“, sagt Senior-Chef Max Düpre. Das einzige was noch fehle, sei die definitive Zusage eines Mieters.

Zumindest einen vielversprechenden Interessenten gibt es. Und Düpre verrät dem TV auch, wer das ist: die Air Base Spangdahlem. Die US-Truppen möchten zwei ihrer Offiziere in der Villa unterbringen. Dazu müsste das Haus in zwei Mietwohnungen unterteilt werden. Noch seien die Planungen aber nicht abgeschlossen, sagt Düpre.