Gesundes essen spielerisch lernen

Gesundes essen spielerisch lernen

Die Grundschulen Pronsfeld, Arzfeld und Prüm beteiligen sich als erste im Altkreis Prüm am Projekt Ernährungsführerschein. Dahinter stehen der gemeinnützige Verein "aid-Infodienst" und das Bundesministerium für Ernährung.

Prüm/Pronsfeld. "Das Kochen und die ganze Vorbereitung machen mir am meisten Spaß", sagt Denise Bluhm. Mit ihren 22 Mitschülern der Klasse 3b an der Bertrada-Grundschule Prüm hat sie leckere Salate, fruchtige Quarkspeisen und andere Gerichte zubereitet. Die Praxis-Übung ist Teil des neuen Unterrichtsprojekts Ernährungsführerschein.Bundesweiter Start war im November. Das Bundesministerium für Ernährung und einige Sponsoren fördern bis Februar 2009 den Einsatz von 165 Fachkräften des Deutschen Landfrauenverbands. Sie haben neben einer hauswirtschaftlichen Ausbildung auch pädagogische Qualifikationen und ein Praxistraining absolviert. 1200 dritte Klassen sollen teilnehmen. Doch das ist erst der Anfang: Lehrer, deren Klassen mitgemacht haben, sollen das Programm später eigenständig fortführen. Die Eltern der Schüler zahlen lediglich drei Euro pro Kind für Lebensmittel.Nach den Grundschulen Pronsfeld und Arzfeld setzt Landfrau und Agrar-Botschafterin Ingrid Meyers ihre Pionierarbeit in Prüm fort. Zur Seite stehen ihr Klassenleiterin Inge Palzkill und Mütter als ehrenamtliche Helferinnen.In sechs bis sieben Doppelstunden geht es um die Themen Gesundheit, Hygiene und Esskultur. Lebensmittel mit allen Sinnen wahrnehmen, Spaß am Zubereiten und gemeinsamen Essen: Das wollen die Erwachsenen den Kindern vermitteln. Fächerübergreifend werden dabei auch Lesen und Rechnen geübt. Am Ende stehen ein schriftlicher Test und eine praktische Prüfung. Dabei bewirten die Prümer Schüler ihre Gäste am heutigen Freitag mit einem kleinen Büfett. Die erfolgreichen Teilnehmer bekommen ein Führerschein-Dokument mit Passfoto und Schulstempel."Viele Kinder sind oft nicht mehr in der Lage, frische Lebensmittel korrekt zu benennen oder sich selbst eine kleine Mahlzeit zuzubereiten", berichtet Inge Palzkill. "Einige Kinder essen hier zum ersten Mal mit Messer und Gabel", ergänzt Ingrid Meyers. Mutter Claudia Brauneck findet die Idee "gut und sinnvoll".Die umfassende Dokumentation des Projekts in Pronsfeld brachte sehr gute Ergebnisse. Die Grundschulen Daleiden und Schönecken haben sich schon für den Ernährungsführerschein angemeldet.Schulen können sich bei Ingrid Meyers, Telefon 06559/418, und im Internet unter www.aid.de informieren. MeinungDas Beste heraussuchen Es bringt wenig, das allseits bekannte Klagelied anzustimmen von "modernen" Familien oder dem, was heute vielfach davon übrig ist. Die Institution Familie wandelt sich eben immer schneller und tiefgreifender. Einst weit voneinander entfernte Kulturen verschmelzen oder existieren direkt nebeneinander. Die Schule muss sich diesen Herausforderungen stellen, heißt es so schön. Lehrpläne sind im Vergleich zu früher nicht wiederzuerkennen und hecheln doch scheinbar aussichtslos der Wirklichkeit hinterher. Immer neue Rufe nach zusätzlichen Fächern werden laut, die dem gleichzeitigen Wunsch nach einem Turbo-Abitur widersprechen. Die Politik lässt die große Linie vermissen, und diese wird wohl in absehbarer Zeit nicht kommen. Den einzelnen Schulen bleibt nichts anderes übrig, als ihr Profil zu schärfen und sich das Beste aus den Angeboten herauszusuchen. Ob es nun der sicher sinnvolle Ernährungsführerschein oder ein anderes Programm ist. m.hormes@volksfreund.de