Glaube im Alltag

In diesen Wochen und Monaten machen viele junge Frauen und Männer ihr Abitur oder haben es bereits geschafft. Gleichzeitig laufen oft intensive Überlegungen zu einem künftigen Beruf oder einer Ausbildung.

Für eine Entscheidung spielen eigene Begabungen, Interessen und Erfahrungen ebenso eine wichtige Rolle wie die voraussichtlichen Zukunftsperspektiven. Viele von diesen jungen Menschen sind nach wie vor getaufte Christen. Für sie, aber auch für uns alle kommt noch ein anderer Aspekt hinzu. Daran erinnert mich ein Kirchenfest in dieser Woche. Das Fest Mariä Verkündigung könnte auch Mariä Berufung heißen. Eine junge Frau im damaligen Israel geht nicht "nur" einer "Hausfrauen-Mehrzweck-Tätigkeit" nach wie viele andere auch, sondern - so sind wir rückblickend überzeugt - sie erfährt einen Anruf Gottes. Wir wissen alle, wie es dann mit ihrer "Laufbahn" als "Mutter Gottes", als Mutter Jesu Christi weitergegangen ist. Was mir bis heute wichtig erscheint an dieser Berufungsgeschichte, ist der Weckruf an jeden von uns: Aufmerksam und offen zu sein für mehr, als nur eine gute Ausbildung und einen guten Job zu machen; in das eigene Innere hineinzuhorchen, um vielleicht doch noch etwas anderes zu vernehmen - die Stimme Gottes. Die Synode im Bistum Trier spricht von einer Seh- und Hörschule, wo wir neu lernen, auf unsere Mitmenschen und Gott in ihnen einerseits und auf Gott in der Schrift und in uns selbst andererseits, auf Christus zu schauen und zu hören. Vielleicht haben wir deshalb zwei Augen und zwei Ohren. Michael Schlüter, Pastoralreferent Dekanat Vulkaneifel