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Kliniken im Südkreis fusionieren

Kliniken im Südkreis fusionieren

Im zweiten Anlauf soll's klappen: Die Kliniken in Bitburg und Neuerburg haben sich zu Jahresbeginn zu einem Krankenhaus-Verbund zusammengeschlossen. Bereits vor 2006 bildeten die beiden Hospitäler die "Südeifel-Kliniken". Damals kam es offenbar aufgrund von Unstimmigkeiten in der Führungsebene zur Trennung - das soll sich nicht wiederholen.

Bitburg/Neuerburg. Die großen blauen Buchstaben sind schwerlich zu übersehen: "Marienhausklinik Bitburg" steht über der Eingangstür des Bitburger Krankenhauses geschrieben. Fragt sich nur, wie lange noch, denn die Tage der "Marienhausklinik Bitburg" sind gezählt - ebenso wie die der "Marienhaus Klinik St. Josef Neuerburg".

Auch hier muss wohl bald das Schild vor dem Eingang gewechselt werden. Seit Jahresbeginn nämlich sind die Krankenhäuser, die beide in der Trägerschaft der Marienhausklinik GmbH Waldbreitbach stehen, vereint in einem "Krankenhaus-Verbund": Sie stellen nur noch eine Klinik mit zwei Standorten dar. Und brauchen deswegen auch einen neuen Namen. Nur wie dieser lauten wird, steht noch nicht endgültig fest.

Das Modell ist übrigens nicht neu: Bis Ende 2005 bildeten die Krankenhäuser in Bitburg und Neuerburg den Verbund "Südeifel-Kliniken", auch damals schon in Trägerschaft der Marienhaus GmbH. Dann kam Anfang 2006 die Trennung: Die Chemie zwischen dem Führungspersonal in Bitburg und Neuerburg habe seinerzeit nicht gestimmt, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Vor diesem Hintergrund ist es nur nachvollziehbar, dass der ehemalige kaufmännische Direktor für die Bitburger Marienhausklinik und seit Jahresbeginn neuer kaufmännischer Direktor für den Krankenhaus-Verbund, Patrick Frey, als vorderstes Ziel ausgibt, ein neues "Wir-Gefühl" zwischen den Klinik-Mitarbeitern in Bitburg und Neuerburg zu schaffen: "Mir ist es eine Herzensangelegenheit, diese Fusion für alle Beteiligten gut über die Bühne zu kriegen."

Befürchtungen, der Standort Neuerburg werde möglicherweise auf kurz oder lang aufgegeben, will Frey gar nicht erst aufkommen lassen: "Neuerburg steht nicht zur Disposition, im Gegenteil: Die Klinik wird aus der Fusion gestärkt hervorgehen." Beide Krankenhaus-Standorte sollen von der neuen Situation profitieren, sagt der kaufmännische Direktor: So könne beispielsweise bei Grippewellen oder allgemein bei hohem Krankheitsaufkommen leichter Personal untereinander ausgetauscht werden, außerdem komme Neuerburg die gute Personal- und Sachausstattung des Bitburger Standorts zugute - etwa im IT-Bereich oder in der Unternehmenskommunikation.

Entlassungen werde es aufgrund des Zusammenschlusses keine geben, betont der kaufmännische Direktor. Die Patienten selbst werden von den Veränderungen in den beiden Krankenhäusern kaum etwas merken, glaubt Frey. Allerdings, so räumt er ein, werde man genau analysieren müssen, an welchem Standort in Zukunft welche spezialisierten Leistungen erbracht werden sollen.

Eines allerdings ist sicher: In Neuerburg ist auch künftig die Grundversorgung in den Fachgebieten Chirurgie und Innere Medizin garantiert. Extra Der neue Krankenhaus-Verbund: Die Bitburger Marienhausklinik bringt insgesamt 610 Mitarbeiter, 261 Betten im stationären Bereich sowie 20 in der psychiatrischen Tagesklinik mit in den Verbund. Die Klinik ist ein sogenanntes "Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung" mit Schwerpunkten in der Neuro- sowie Unfallchirurgie und in der Versorgung von Patienten mit mehreren gleichzeitig auftretenden, zum Teil lebensbedrohlichen Verletzungen (Politraumaversorgung). Die bisherige "Marienhaus Klinik St. Joseph Neuerburg" steuert zu dem neuen Verbund 110 Mitarbeiter sowie 48 Betten im stationären Bereich und 27 Plätze im Pflegeheim hinzu. Das Krankenhaus bietet über die Gewährleistung der medizinisch stationären Grundversorgung im Bereich der Inneren und Chirurgischen Medizin hinaus seit Mitte 2007 eine Abteilung für Intensivmedizin für den Bereich der Beatmungsentwöhnung (Weaning). (neb)