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Licht ins Dunkel - Düsterer Hinterhof in Bitburg wird saniert und mit Laternen bestückt

Licht ins Dunkel - Düsterer Hinterhof in Bitburg wird saniert und mit Laternen bestückt

Die Murengasse zwischen dem Parkplatz Grüner See und der Hauptstraße ist mit Abstand der marodeste und mangels einer Beleuchtung auch der düsterste Bereich der Bitburger Innenstadt. Doch Pläne der Stadt sollen unter anderem Licht in die finstere Gasse bringen.

 Mülltonnen am Wegesrand, Schlaglöcher und fehlende Beleuchtung machen die Murengasse unattraktiv.
Mülltonnen am Wegesrand, Schlaglöcher und fehlende Beleuchtung machen die Murengasse unattraktiv. Foto: (e_bit )

"Im Dunkeln kann man in der Murengasse kaum mehr etwas erkennen und läuft Gefahr, in den großen Schlaglöchern mit den Schuhen umzuknicken", sagt eine Bitburgerin, die an einem Dezemberabend lieber die Treppe am Bitburger Rathaus zur Fußgängerzone hinaufsteigt. Den barrierefreien und im Grunde bequemeren Weg durch die Murengasse meidet sie in der Dunkelheit.

Denn die schmale Passage ist nicht beleuchtet, voller Schlaglöcher und "in der Dunkelheit unheimlich", sagt die Bitburgerin. "Wenn ich am Abend jemanden in Bitburg überfallen wollte, dann würde ich es in der Murengasse tun", sagt die Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, scherzhaft.

Was manchen Passanten verwundern mag: Während die marode Murengasse in diesem Jahr weiter auseinanderbröckelte, hat die Stadt dort 50.000 Euro in die Sanierung der alten Römermauer gesteckt. Das römische Bauwerk wurde für 30.000 Euro konserviert. Seit diesem Monat schützt zudem eine Glasüberdachung die Mauer von oben gegen eindringende Feuchtigkeit. Diese Stahlkonstruktion mit einer Länge von 16 Metern ließ sich die Stadt 20.000 Euro kosten. Sie hofft für diese Maßnahmen allerdings im Rahmen des Förderprogramms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" auf einen Landeszuschuss von etwa 30.000 Euro.

Aber im nächsten Jahr erhält auch die Murengasse eine Schönheitskur. Dann soll sie im Rahmen der Innenstadterneuerung saniert werden (siehe Extra). "Wir müssen dort aufräumen und diese Hinterhofatmosphäre in den Griff kriegen, damit man sich nicht mehr schämen muss, wenn sich der ein oder andere da rein verirrt", sagt Bauamtsleiter Berthold Steffes. Dann sollen Fußgängern auch in der Murengasse Laternen in der Dunkelheit den Weg leuchten und zudem die kostspielig konservierte Römermauer illuminieren. Steffes: "Wer ortsfremd ist und da jetzt vom Parkplatz am Grünen See reinschaut, der sagt sich doch, das kann nicht der Weg zur Innenstadt sein. Deshalb müssen wir den Bereich einladender gestalten."

Ob im Stil der neuen Fußgängerzone mit Betonsteinen oder dem der östlichen Altstadt mit Natursteinpflaster gearbeitet werde, das stehe noch nicht fest, sagt Steffes. Der Bauausschuss werde das im Januar oder Februar diskutieren und die etwa 240.000 Euro teure Maßnahme ausschreiben.

"Wir müssen dort auch ordentlich aufräumen", sagt Steffes und meint damit die Mülltonnen- und Parkproblematik. Derzeit säumen unzählige Mülltonnen den Straßenrand. Zudem parken die Betreiber des Hotels Louis Müller die Gasse zu. Ein Durchkommen für andere Autofahrer ist nicht mehr möglich. Das sei allerdings mit der Stadt abgeklärt, sagt Hotelinhaberin Agnes Müller. Werner Krämer, Pressesprecher der Stadt, bestätigt das und erklärt, dass dort auch sonst niemand durchfahre. In dem schmalen Abschnitt zur Hauptstraße, in dem die Gasse gerade mal drei Meter breit ist, solle nach der Neugestaltung mit dem Parken allerdings Schluss sein, sagt Steffes.

Der Bauamtsleiter hofft, dass im Anschluss auch von privater Seite noch das ein oder andere saniert wird. Steffes: "Wenn wir Vorreiter sind, dann steigt meist das Interesse der Anwohner, etwas an Haus und Hof zu verbessern." Wie er aus Erfahrung wisse, sagt Steffes, gebe das einen Schub.

Extra Sanierung
Die Murengasse zwischen dem Parkplatz Grüner See, der Schakengasse sowie der Hauptstraße wird komplett auf einer Länge von 110 Metern im Rahmen der Innenstadterneuerung saniert. Die Stadt rechnet mit einer Bauzeit von etwa drei Monaten. Im Mai soll es voraussichtlich losgehen, wobei zunächst die Stadtwerke am Zuge sind, die dort neue Kanal- und Wasserleitungen verlegen. Zur weiteren Gestaltung der "Westflanke", Straße und Platz Am Markt und "Grüner See", sind Planungswettbewerbe vorgesehen, an denen auch die Bürger beteiligt werden sollen. Geplant ist auch, dass im Rahmen des zweiten Bauabschnitts der Innenstadterneuerung kommendes Jahr mit dem Ausbau der Fußgängerzone nördlich des Spittels begonnen wird. Und zwar zunächst bis Höhe Schliezgasse, die genau wie die Josef-Niederprüm-Straße erneuert werden soll.