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Milchbauern fordern Systemwechsel

Milchbauern fordern Systemwechsel

Die Mitglieder im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) fordern einen Systemwechsel bei der Milchpreisbildung. In einer von rund 400 Mitgliedern besuchten Versammlung im Hotel "Eifel stern" in Bitburg baute der Verband seine Strukturen an der Basis weiter auf.

Bitburg. An der Basis der Milchviehhalter rumort es gewaltig. Obwohl für die Endverbraucher die Preise bei Milchprodukten aktuell kräftig ansteigen, kommt von den höheren Preisen bei den Erzeugern wenig an. Von ihrer traditionellen Vertretung im Bauernverband fühlen sich viele Milchbauern unzureichend vertreten. Dass in dem großen Bauernverband, der die Interessen der gesamten Landwirtschaft vertreten will, Funktionäre aus anderen Spezialgebieten, etwa aus dem Weinbau, über Fragen der Milchproduktion entscheiden, wollen viele Milchviehhalter so nicht mehr hinnehmen.Deshalb wurde 1998 der BDM gegründet. Der vertritt ausschließlich die Interessen der Milcherzeuger. In der Eifelregion ist Oliver Grommes als Vorsitzender des Organisationsteams Eifel der Frontmann. In dieser Funktion vertritt er inzwischen rund die Hälfte der 1300 Milcherzeuger in den sieben Landkreisen Bitburg-Prüm, Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifelkreis, Mayen-Koblenz, Trier-Saarburg, Ahrweiler und Cochem-Zell. Hier sind rund die Hälfte aller Landwirte in Rheinland-Pfalz zu Hause. "Wir bündeln damit fast 50 Prozent der Milcherzeuger mit rund 60 Prozent der Milchmenge im Land", erklärt Grommes die Größenordnungen. Und der BDM wächst weiter. Von den 90 000 Milcherzeugern in Deutschland sind nach Verbandsangaben rund 30 000 Mitglieder im BDM. Sie stehen für etwa 45 Prozent der Milchmenge bundesweit.Mit der wachsenden Macht wollen die BDMler Druck machen. Sie fordern einen Systemwechsel in der Milchpreisbildung. Aktuell verhandeln die Molkereien mit dem Lebensmittelhandel über den Preis für die Milch. Nach Abzug aller Kosten der beiden an der Wertschöpfungskette Beteiligten bleiben nur wenige Cent übrig. Die landen beim Milchbauern. "Und genau hier müssen wir ansetzen. Wir selbst müssen den Basispreis für das Rohprodukt Milch unter Einrechnung aller Kosten selbst kalkulieren können. Nur so haben wir eine Chance, kostendeckend oder mit dem notwendigen Gewinn zu arbeiten. Das ist für uns Milcherzeuger überlebenswichtig", erklärt Grommes. Er verlangt, dass dies jährlich neu zur Bildung des Basismilchpreises geschehen muss.Bis Ende September hat der BDM bundesweit das Ziel, seine Strukturen an der Basis aufzustellen. Mehr Mitglieder - mehr Macht, heißt die Devise. Die Mitglieder sollen den BDM mit einem Verhandlungsmandat ausstatten. Damit will der BDM in Verhandlungen mit den Molkereien eintreten. Über das erzielte Ergebnis entscheiden die Milcherzeuger in einer Urabstimmung. "Sprechen sich 75 Prozent der BDM-Mitglieder gegen eine Annahme des vereinbarten Preises aus, kommt es zu einem Lieferstopp", kündigt Grommes an. "Das Jahr 2007 ist das Jahr der Entscheidungen", hieß es in Bitburg in der Runde der BDM-Mitglieder. EXTRA

Um den bundesweiten Aufbau der BDM-Strukturen bis Ende September sicherzustellen, wählten die Mitglieder für die sieben Landkreise Bitburg-Prüm, Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifelkreis, Mayen-Koblenz, Trier-Saarburg, Ahrweiler und Cochem-Zell 71 Gebietsvertreter. Sie bilden die unterste Ebene der Struktur ab und befinden sich unmittelbar an der Basis der Erzeuger. In das Organisationsteam Eifel wurden 35 Mitglieder gewählt. Den Vorstand des Organisationsteams Eifel bilden 11 Mitglieder, Vorsitzender ist Oliver Grommes. Es wurden 65 Landesdelegierte gewählt. In die Landesdelegiertenversammlung kommen bis zu 150 Personen pro Bundesland.