Mord und Totschlag lauern in der Eifel

Mord und Totschlag lauern in der Eifel

Rund 150 Krimiautoren werden beim Festival "Criminale" vom 8. bis 12. September in der Eifel aus ihren blutrünstigen Werken vorlesen und die Besucher an den etwa 40 Tatorten ihrer Lesungen das Fürchten lehren. Einen Vorgeschmack auf die schaurigen Krimigeschichten gab es jetzt bei einer Pressekonferenz in Euskirchen.

Euskirchen. Als der Euskirchener Landrat Günter Rosenke den etwas verdunkelten Saal betrat, konnte er noch nicht ahnen, was ihm schon bald drohen sollte. Der rote Saft auf dem Tisch war zwar kein Blut, wie der Landrat sofort schmeckte. Es war nur eine Attrappe, die der Pressekonferenz zur "Criminale" etwas Auflockerung verleihen sollte. Rosenke nahm Platz und sprach von einem "Highlight für die Region". Vom 8. bis 12. September passiere hier Unheimliches. Rund 150 Krimiautoren werden dann in der Nordeifel ihr Unwesen treiben und aus ihren blutrünstigen Werken vorlesen - in der Absicht, den Atem möglichst vieler Krimifreunde zum Stocken zum bringen.

Von Weilerswist im Norden, Kuchenheim im Osten, Eupen im Westen und Dahlem im Süden reicht die Landkarte der insgesamt 40 "Tatorte". Da wird ein "Blutrausch" im Blankenheimer Museum die Eifeler Ruhe stören, auf der Dahlemer Binz wird der Ruf "Mayday, Mayday" erschallen und "Morde, Moor und Mönche" dürften das alte Gemäuer von Schloss Schmidtheim bei Dahlem ins Wanken bringen - um nur einige Taten zu nennen.

Der "Stoff, aus dem die Morde sind" wird in der alten Tuchfabrik in Kuchenheim gesponnen, und den "Letzten Bissen" werden hungrige Krimifans im Kronenburger Schlosshotel Burghaus zu sich nehmen.

"Die Autoren haben sich da tolle Sachen einfallen lassen", freut sich Organisatorin Iris Poth diebisch über die Wortspiel-Überschriften, die die Besucher in die Event-Fallen locken sollen. Die Gewalt kommt auf vielfältigen Wegen daher: "Der Kriminaltango", so mutmaßt Landrat Rosenke, "wird uns aus den Ohren herauskommen. Aber das ist gut so."

Criminale kostet weit über 100 000 Euro



Weit über 100 000 Euro wird die mörderische Veranstaltung kosten, wobei den allergrößten Teil Sponsoren zur Verfügung gestellt haben, die Rosenke, wie er im Presseverhör versichert, nicht überfallen oder bedroht, sondern brav um eine milde Gabe gebeten hatte. Die edlen Spender, so der Landrat, wüssten natürlich auch um den Werbewert einer solchen Veranstaltung für die Region. Und den Täter, sprich "Criminale"-Besucher, zieht es ja bekanntlich immer zum Tatort, sprich Eifel, zurück.

Das gelte sicher auch für die zahlreichen Poeten, die in der Eifel seit vielen Jahren ihrer Fantasie freien Lauf ließen, hofft Mitorganisator Ralf Kramp, der mit seiner Frau Monika das "Krimihaus" in Hillesheim führt und sich mordsmäßig auf sein Heimspiel freut: "Dies ist die 24. Criminale, und sie wird sich sehr gut einreihen in diese Folge."

Am 8. September wird Landrat Rosenke im Pingsdorfer Tanzsaal des Freilichtmuseums den Startschuss geben - zusammen mit TV-Richterin Barbara Salesch und dem Duo Infernal, das Krimimelodien zum Besten geben wird. Danach wird die Nordeifel beherrscht von Mord, Totschlag und Giftanschlägen, bis vier Tage später dem blutrünstigen Treiben im Gemünder Kursaal - den Polit-Thrillerfreunden bislang eher als Stätte politischer Königsmorde bekannt, deren Opfer auf wundersame Weise wiederbelebt werden - mit einer großen Abschlussveranstaltung ein Ende gesetzt wird.

Extra Im Rahmen der "Criminale” werden neben den Lesungen auch sechs Krimi-Dinner veranstaltet in Monschau, Gemünd, Bad Münstereifel, Euskirchen, Steinfeld und Kronenburg. Das gesamte Programm des Krimifestivals ist in einem gut 70-seitigen Flyer nachzulesen, der samt weiteren Informationen zur Veranstaltung im Internet unter www.die-criminale.de erhältlich ist. Da die Räumlichkeiten an vielen Standorten begrenzt sind, empfehlen die Veranstalter eine frühzeitige Anmeldung. (msz)

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