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Prozess am Trierer Landgericht: Eifelerin soll Wohnhaus selbst in Brand gesetzt haben

Prozess am Trierer Landgericht: Eifelerin soll Wohnhaus selbst in Brand gesetzt haben

Eine 36-jährige Frau aus der Eifel muss sich seit gestern wegen des Vorwurfs schwerer Brandstiftung und versuchtem Versicherungsbetrug vor dem Landgericht Trier verantworten.

Bei einem Großbrand im Raum Bitburg wurde im Oktober 2013 ein Wohnhaus mit angrenzendem Stallgebäude schwer beschädigt. Die zum Anwesen gehörende Scheune brannte völlig nieder. Mehr als 50 Rettungskräfte waren damals im Einsatz. Eine Scheune, die an das Wohnhaus angebaut war, stand lichterloh in Flammen (der TV berichtete).

Bei Ausbruch des Feuers befanden sich keine der Bewohner im Haus - nur ein Hund und einige Kaninchen, die gerettet werden konnten. Beim anschließenden Wiederaufbau entstanden der Eigentümerin Kosten von 279?000 Euro, die von ihrer Versicherung beglichen wurden. Ihre Mieterin - die damalige Lebensgefährtin ihres Bruders - machte bei ihrer Hausratversicherung rund 71?000 Euro Schaden geltend. Doch die Versicherung zahlte nicht - wegen Verdachts auf Brandstiftung.

Über dreieinhalb Jahre später befasst sich nun die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Trier mit dem Fall. Angeklagt ist die damalige Mieterin des Hauses, eine 36-Jährige gebürtige Triererin, die das Anwesen mit fünf ihrer insgesamt sechs Kinder und ihren damaligen Freund bewohnte. Die Familienverhältnisse sind komplex: Zwei Kinder stammen aus der ersten Ehe der Angeklagten, die Tochter lebt bei ihr, der Sohn bei ihrem Ex-Mann. Die vier jüngeren Kinder haben je verschiedene Väter - einer davon ist der damalige Freund, mit dem die Frau 2013 in dem Haus in dem kleinen Eifelort lebte. Mit dem ist die Angeklagte aber nicht mehr zusammen. Sie ist inzwischen mit einem anderen Mann verheiratet.

Staatsanwältin Beatrix Klingler wirft ihr vor, am Morgen des 26. Oktober 2013 das Dachgeschoss des Hauses mit Umzugskartons in Brand gesetzt zu haben. Das Feuer habe sich schnell ausgebreitet und auch auf die angrenzende Scheune übergegriffen. Einen Tag später habe sie den Schaden an ihrem Hausrat der Versicherung gemeldet.
Die Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Um so ausführlicher spricht ihre ehemalige Vermieterin. Sie ist die Schwester ihres damaligen Freunds, der an dem Morgen zusammen mit der kleinen Tochter gerade bei ihr in Bitburg weilte, als die Kunde vom großen Feuer in dem Wohnhaus die Runde machte.

"55?000 Euro hat mich das Haus beim Kauf gekostet - nach der Brandrenovierung ist es schöner und wertvoller als vorher", sagt die Zeugin. Doch froh sei sie dennoch nicht. Der Grund: sie finde keine Mieter mehr für ihre Immobilie: "Die hat nun als ,Brandhaus' seinen festen Namen, und niemand will dort einziehen."

Das "Brandhaus"? Nur wenige Tage zuvor war es im Haus zu einem Kabelschmorbrand gekommen. Unklar ist, ob ein Blitzschlag, ein technischer Defekt oder menschliches Tun die Ursache waren. Auch der Brand von gelben Plastikmüllsäcken einige Zeit davor in der Scheune hätte von einem defekten Stromkabel ausgehen können. Sowohl die Eigentümerin als auch ihr Bruder bestätigen, dass es in dem 1900 erbauten Haus ständig Probleme mit der alten Elektroinstallation gab und der Elektriker ständiger Besucher war. Die Angeklagte schweigt zu allem - auch zu der Tatsache, dass sie nicht selbst die letzten Monatsmieten gezahlt hatte, sondern ihr Vater.
Die Verhandlung gegen die 36-jährige Angeklagte wird am Mittwoch, 10. Mai, um 9 Uhr, fortgesetzt.