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"So, wie es mir geht, bin ich dem lieben Gott dankbar"

"So, wie es mir geht, bin ich dem lieben Gott dankbar"

Sie ist vermutlich die älteste Dame in der Region - Margarete Muth, die am 31. Januar 104 Jahre alt geworden ist. Ihr schönstes Geschenk an diesem Tag: ein gerahmtes Foto der Großfamilie Muth anno 1915.

Waxweiler. (ka) Sie wurde am 31. Januar 1905 in Koblenz geboren. Im Alters- und Pflegeheim Herz Jesu in Waxweiler feierte Margarete Muth ihren 104. Geburtstag.

Zunächst im Kreise der Familie. Zwei Tage später mit den Gratulanten Klaus Juchmes, in Vertretung des Landrates, Patrick Schnieder, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld, Martin Lehnen, erster Beigeordneter in Waxweiler, und Alexander Schuhler, kaufmännischer Direktor der Altenhilfe Caritas-Träger Gesellschaft ctt, Trier.

Erfreut darüber, dass auch der Trierische Volksfreund dabei war, meinte die Jubilarin: "Der hat mich mein Leben lang begleitet. Ich lese ihn immer noch, aber nicht mehr so ganz ausführlich. Früher habe ich viele interessante Artikel ausgeschnitten".

Die obligatorische Frage, wie man sich mit 104 Jahren fühlt, erübrigte sich. Margarete Muth ist geistig und körperlich - letzteres mit einigen Abstrichen - auf der Höhe.

Den täglichen Weg zur Kapelle schafft sie jedenfalls noch selbst. "So, wie es mir geht, bin ich dem lieben Gott dankbar", sagt sie.

Aus Bonn angereist war Großneffe Alexander Muth mit Ehefrau Ingrid und den Söhnchen Julian (5) und Christian (2). Ein schöneres Geschenk als das geschmackvoll gerahmte, gestochen scharfe Foto der Großfamilie Muth anno 1915, hätten sie Margarete Muth kaum machen können.

Der "Tante", wie die Jubilarin intern genannt wird, machte es Riesenspaß, die einzelnen Familienmitglieder, Eltern, Groß- und Urgroßeltern, Onkel, Tanten, Geschwister, Cousinen und Cousins zu identifizieren. Die jüngste auf dem Foto ist ein niedliches kleines Mädchen mit großer Schleife im Haar: Margarete Muth, zehn Jahre alt.

Interessiert bei der Sache waren auch die Urneffen, Julian und Christian. "Viele nette Onkels und Tanten", befanden sie, "aber komische Sachen haben die an".

Klaus Juchmes zufolge gibt es derzeit in der Region vermutlich niemanden, der älter ist als Margarete Muth. Lange Zeit war sie als Bibliothekarin tätig. Zusammen mit ihrer Schwester betreute sie als Haushälterin und Pfarrgehilfin ihren Bruder, der Pfarrer war zunächst viele Jahre in Koblenz und später in Geichlingen, wohin der Bruder versetzt wurde.

Nach dessen Tod durften die Schwestern das Pfarrhaus weiter bewohnen.

Vor etwa acht Jahren verstarb die Schwester. Margarete Muth zog ins Alters- und Pflegeheim nach Waxweiler.

"Bis nächstes Jahr, so Gott will", hieß es zum Ende der Geburtstagsfeier.