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Trotz Gerüchten: Die Post bleibt

Trotz Gerüchten: Die Post bleibt

Die gute Nachricht zuerst: Kyllburg behält weiter eine Postagentur und eine Lottoannahmestelle. Mit dieser Aussage sind Stadtbürgermeister Wolfgang Krämer und der Vorsitzende des Verkehrsvereins, Willi Müller, während der jüngsten Stadtratssitzung allen Gerüchten entgegengetreten. Noch ist unklar, wann der Umzug ins alte Rathaus stattfinden wird.

Kyllburg. Gerüchte wie "Der Bürgermeister macht uns die Post dicht" oder "Willi Müller verhandelt mit Badem über neuen Poststandort" machen seit Monaten in Kyllburg die Runde. Dass an diesen Aussagen kein Funke Wahrheit sei, haben beide während der Stadtratssitzung am vergangenen Dienstag einmütig betont. Keine Einigkeit herrscht jedoch bei der Frage nach der zukünftigen Unterstützung des 1973 gegründeten Verkehrsvereins Kyllburger Waldeifel, der neben der touristischen Vermarktung der Waldeifel seit 2010 auch eine Postagentur mit Postbank sowie eine Lottoannahmestelle betreibt. "Die Stadt hat ein erhöhtes Interesse daran, dass Post und Lotto in Kyllburg bleiben", betonte Krämer. Der Stadtrat sieht die Tourismusförderung jedoch als Aufgabe der Verbandsgemeinde Bitburger Land und hat bereits im Mai seine Mitgliedschaft im Verkehrsverein zum Jahresende 2015 gekündigt.
Ein paar Fakten: Der laufende Haushaltsplan des Verkehrsvereins hat nach Aussage von Müller ein Volumen von 70 000 Euro. Diese Summe setzt sich zusammen aus den Beiträgen der 35 Mitglieder, aus Provisionen und sonstigen Erlösen.
Stadt zahlt am meisten


Die Stadt Kyllburg ist mit einem Jahresbeitrag von rund 8600 Euro der größte Einzelzahler. Postagentur und Lotto sind nach wie vor ein Zuschussgeschäft: "Die Gebühren laufen uns weg", sagt Müller und meint die über 2000 Euro, die der Verein jedes Jahr allein in diesem Bereich für Nebenkosten, Versicherungen und eine von der Post verlangte Bürgschaft zahlen muss. Fällt der Anteil der Stadt nun weg, gerät der Verkehrsverein in einen finanziellen Engpass. Dennoch sind sich alle Beteiligten einig, dass zur Erhaltung der Infrastruktur Post und Lotto weiter vom Verkehrsverein in Kyllburg getragen werden sollen.
Eine Lösung zeichnet sich ab in der verstärkten Zusammenarbeit des Verkehrsvereins mit der Tourist-Information Bitburger Land. Auf Vorschlag von Verbandsbürgermeister Josef Junk könnte der Verein mit Post und Lotto in das ehemalige Rathaus, die jetzige Außenstelle der Verbandsgemeindeverwaltung, umziehen und dort das Angebot der Tourist-Information ergänzen. In einem Gespräch am 18. September sollen die Modalitäten und auch die Kosten besprochen werden. Bislang hat der Verkehrsverein seinen Sitz im Haus des Gastes und zahlt der Stadt als Eigentümerin eine geringe Miete, dazu die Nebenkosten.
Dass der Verkehrsverein aus dem Haus raus muss, ist nur eine Frage der Zeit, da die Stadt beabsichtigt, es zu verkaufen. Bislang ist aber noch keine Kündigung erfolgt. "Wir könnten es finanziell gar nicht stemmen, eine reguläre Miete zu zahlen", sagt Müller und hofft auf ein gutes Angebot der Verbandsgemeinde. "Tourist-Information und Verkehrsverein arbeiten zwar nach unterschiedlichen Strategien, jeder hat seine Stärken und Schwächen, und wir werden uns zusammenraufen müssen. Aber wir gehen positiv in das Gespräch hinein."
Auf Beschluss des Stadtrates soll der Verkehrsverein nach Abschluss der Verhandlungen mit der Verbandsgemeinde vor Jahresfrist die Kostenlage offenlegen. Erst danach wird über eine weitere Unterstützung seitens der Stadt beraten.