Wallersheim und Watzerath stellen sich dem Dorfwettbewerb

Kommunalentwicklung : Zwei Dörfer geben Vollgas

Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ geht in eine neue Runde. Im Altkreis Prüm stellen sich Watzerath und Wallersheim den kritischen Augen der Jury.

Auf keinen Fall zu dick auftragen, die schönsten Ecken dennoch gut präsentieren, verbesserungswürdige Punkte nicht unter den Tisch kehren – mehr Tipps braucht es eigentlich nicht, um den Besuchern der Jury des aktuellen Durchgangs des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ gekonnt zu meistern. Zehn Dörfer stellen sich in den kommenden Tagen im Eifelkreis den kritischen Augen der Fachleute (der TV berichtete). Im Altkreis Prüm werden diesmal Watzerath und Wallersheim mit von der Partie sein: Wallersheim wird am Mittwoch, 2. Mai, um 13 Uhr besucht; in Watzerath schaut die Jury am Dienstag, 8. Mai, um 13 Uhr vorbei. Sind beide Dörfer auf den Besuch gut vorbereitet? Der TV hat nachgefragt.

„Definitiv sind wir das, auch wenn wir erst sehr spät mit an Bord gegangen sind“, sagt Josef Hoffmann, Bürgermeister von Wallersheim. Erst Ende März habe man beschlossen, sich der Beurteilung zu stellen. Der Dorferneuerungsbeauftragte des Kreises, Edgar Kiewel, sei in einer Angelegenheit des Dorfchecks in Wallersheim gewesen und habe angemerkt, dass er eine Teilnahme beim Wettbewerb, auch mit Blick auf zukünftige Förderprojekte, dringend empfehlen würde. „Wir dachten:  warum nicht, und in nur wenigen  Tagen, war die Bewerbung zusammengestellt – in der kur­zen Zeit war das vor allem nur möglich, weil der Verein Lebendiges Wallersheim gleich mit dabei war“, sagt Hoffmann.

Generalstabsmäßig haben beide Dörfer den Besuch der Jury durchgeplant. „Sie wird zweieinhalb Stunden da sein – klingt lang, ist es aber nicht“, sagt Hoffmann. So werde man auch versuchen, die Vorstellung knapp zu halten. Nach einer Einführung stellt sich der Verein Lebendiges Wallersheim mit seinen Angeboten vor, danach kommt der Rundgang. „Der Verein ist eine der tragenden Säulen im Dorfleben. 200 Mitglieder sind da mittlerweile aktiv – für einen Ort mit 800 Einwohnern eine stolze Zahl“, sagt er. Mit diesem ohnehin vorhandenen Engagement habe man schnell ein Programm auf die Beine stellen können.

Und Watzerath? „Wir haben ganz klassisch Arbeitsgruppen gegründet. Eine für jedes Bewertungskriterium“, sagt Ortsbürgermeister Rainer Kockelmann. Die Jury wird die Dörfer in vier Bereichen untersuchen: Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, Bürgerschaftliches Engagement sowie soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und -entwicklung sowie Grüngestaltung/Das Dorf in der Landschaft. Für jedes Feld habe sich ein vier- bis sechsköpfiges Team zusammengefunden. „Ohne lange zu suchen, was mich natürlich sehr gefreut hat“, sagt Kockelmann.

Sportlich gehen beide Dörfer an die Teilnahme. „Es war halt mal an der Zeit, um mitzumachen“, sagt Kockelmann. „Wie unsere Chancen aussehen? Wir sind selber gespannt. In manchen Bewertungspunkten haben wir nicht so große Chancen, in anderen wiederum sind wir sehr gut aufgestellt.“ Es sei ja kein Geheimnis, dass in puncto Gewerbe Watzerath ein bisschen hintenan stehe: „Andererseits haben wir eine perfekte Lage, die uns sehr beliebt als Wohnort macht. Die Lebensqualität stimmt“, sagt er.

Wallersheim wiederum habe sich in den vergangen Jahren sehr gemausert, sagt Hoffmann. „Unsere Bürger sind sehr engagiert, in Sachen Dorferneuerung kommen wir ja wirklich gut voran. Wir hoffen, dass wir alle unsere Vorzüge gut präsentieren können“, sagt er.

Genau darum gehe es ja auch, sagt Edgar Kiewel, Dorferneuerungsbeauftragter des Eifelkreises. „Der Wettbewerb ist eine gute Möglichkeit, um den Einsatz der Menschen für ihre Heimatdörfer zu ehren. Sie haben endlich mal die Gelegenheit, ihr Dorf der Öffentlichkeit vorzustellen und Beachtung zu finden. Wenn dabei dann noch eine gute Platzierung rauskommt, umso besser.“

Nur zwei Orte aus dem Altkreis Prüm nehmen diesmal am Dorfwettbewerb teil. Foto: Frank Auffenberg. Foto: Frank Auffenberg

Beide Ortsbürgermeister hoffen, dass möglichst viele Bewohner ihrer Dörfer beim Besuch der Jury Zeit finden, um ihre Heimat aus erster Hand vorzustellen.