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Jugend
In Bitburg sind Kita-Plätze Mangelware

Kinder spielen in einer Kindertagesstätte
Kinder spielen in einer Kindertagesstätte FOTO: Jens Büttner / dpa
Bitburg. Für 65 Kinder unter drei Jahren fehlt im Eifelkreis die Betreuung. Besonders stark sind Eltern in Bitburg betroffen. Von Stefanie Glandien
Stefanie Glandien

„Der Druck ist da“, sagt Joachim Kandels, Bürgermeister der Stadt Bitburg. Der Bedarf an Kindergartenplätzen in der Kreisstadt ist groß und die Lösung dafür noch in weiter Ferne. Zwar plant die Stadt, in der Alten Kaserne 280 zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen (der TV berichtete), doch laut Kandels wird der Bau nicht vor Mitte 2020 fertig werden.

Nicht nur in Bitburg warten Eltern sehnsüchtig auf Betreuungsangebote für ihre Kleinen, auch in Speicher ist es eng. „Bitburg und Speicher sind unsere zwei großen Baustellen im Kreis“, sagt Michael Billen, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. Doch für Speicher gebe es bald eine Lösung. Dort öffne die neue Kita Ende 2018 ihre Türen.

In Bitburg stehe der Baubeginn für die neue Kita noch nicht fest. Fest steht jedoch, dass für 56 Kinder unter drei Jahren Betreuungsmöglichkeiten und dazu noch 41 Ganztagsplätze fehlen. Vor dem Ausschuss sagt Kandels zu, eine Übergangslösung zu schaffen. „Das muss jedoch noch politisch diskutiert und im Stadtrat beschlossen werden“, sagt er. „Wir haben die Fühler ausgestreckt und stehen in Gesprächen“, verrät er, lässt sich allerdings nichts Weiteres zu dem Thema entlocken. Spätestens im Mai gebe es dazu neue Informationen.

„Der Wille, Plätze zu schaffen, ist da. Ich hoffe, dass der Kreis jetzt auch ein Auge zudrückt, wenn es um das Gebäude für den Übergang geht“, sagt Billen. „Wir werden das großzügig sehen“, verspricht Gisela Mayer-Schlöder von der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm.

Doch nicht nur in Bitburg und Speicher wird investiert. Auch an anderen Orten im Eifelkreis werden Gruppen aufgestockt: in Daleiden auf insgesamt vier Gruppen, in Irrel auf sieben Gruppen. Zurzeit wird dort übergangsweise auf Container ausgewichen. In Nattenheim wird auf zwei Gruppen erweitert. In Prüm soll es sieben neue Plätze ausschließlich für Zweijährige geben.

Seit 2010 besteht in Rheinland-Pfalz ein einklagbarer Anspruch darauf, dass alle Zwei- bis Sechsjährigen beitragsfrei in einer Kita betreut werden. Zusätzlich gibt es seit vier Jahren bundesweit einen Rechtsanspruch auf die – allerdings nicht kostenfreie – Betreuung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Um den Ansprüchen gerecht zu werden, wurde in den Kommunen viel investiert. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat innerhalb von zehn Jahren zehn Millionen Euro für die Aufstockung der Betreuungsplätze ausgegeben.

Michael Billen ist jedenfalls froh, dass man rechtzeitig begonnen habe, Kitas zu bauen oder zu erweitern. „Denn die Bevölkerung hat sich mal wieder nicht an die Prognosen gehalten. Die Frauen bekommen wieder Kinder“, sagt er und fügt hinzu: „Ich bin ja beruhigt, dass sich die Menschen nicht immer an das halten, was manche Professoren vorhersagen.“

Kommentar: Unkompliziert Abhilfe schaffen