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Kunst
Drei Welten, eine Künstlerfamilie

Gerolstein-Büscheich-Niedereich/Hillesheim. Die Niederländerin Ellen Welten-Louwers lebt in Niedereich und schafft Werke in Bronze und Glas. Diese werden zurzeit in Hillesheim gezeigt – in einer gemeinsamen Schau mit den Glasobjekten ihrer Tochter Wietske und den Fotografien ihres Sohnes Ruud. Von Brigitte Bettscheider

  „Leider nein“, bedauert Ellen Welten-Louwers – „meine Kinder können heute nicht hier sein.“ Dabei wäre die Galerie B&C in Hillesheim an diesem Tag der Ausstellungseröffnung der ideale Ort, um die drei Weltens einmal gemeinsam zu erleben. Präsentieren sie doch hier auch gemeinsam ihre Kunst. Aber Wietske (31) und Ruud (33) Welten leben in den Niederlanden und sind als Büromanagerin und Webdesigner dort beruflich gebunden. So spricht die Mutter für alle drei und strahlt dabei auch gleich für drei Lebensfreude und Schaffenskraft aus.

An die 60 Exponate sind in der Ausstellung vereint. Das mag sich viel anhören für den Galerieraum von überschaubarer Größe. Doch wer die Ausstellung besucht, wird überrascht sein von der Ruhe und Klarheit. So bedacht sind die Werke kombiniert worden, so gut passen die einzelnen Arrangements in Farbe und Form und Motiv zusammen, ohne allerdings die Handschrift des Einzelnen zu verwischen.

Ellen Welten-Louwers’ Tanzpaare aus Bronze und Glas harmonieren mit Elefant, Dame und Blöcken in Grün, Schwarz und Transparent, die aus Glas im Atelier ihrer Tochter Wietske Welten entstanden sind. Ebenso gut mit Ruud Weltens Fotografien, die ein herrschaftliches Anwesen im Verfall zeigen, eine Bootsanlegestelle im herbstlichen Nebel, Ayers Rock, Australien in ungewohnter Perspektive, einen Stuhl nach Art eines Stilllebens.

Bei so viel Kunstvermögen drängt sich die Frage nach den künstlerischen Erbanlagen geradezu auf. „Mein Vater hat zeitlebens gemalt“, erzählt Ellen Welten-Louwers – „neben seinem Beruf“, räumt sie ein. Und einmal - bevor ihr Vater 2017 starb - habe es in den Niederlanden eine Ausstellung gegeben, an der drei Generationen beteiligt waren, sie und ihr Vater und die beiden Kinder. Daher stamme die Motivation, nach bisher zwei eigenen Einzelausstellungen in ihrer neuen Heimat Vulkaneifel hier auch die Werke ihrer Tochter und ihres Sohnes öffentlich zu zeigen.

„Sehr gelungen“, lautet die Meinung der Besucher Marianne und Jan Lomme. Das Lehrer-Ehepaar im Ruhestand stammt ebenfalls aus den Niederlanden und hat einen Wohnsitz in Wiesbaum. Marianne Lomme ist Keramik-Künstlerin. „Mir gefällt diese Skulptur aus Glas und Bronze besonders gut“, sagt sie und deutet auf ein Tanzpaar von Ellen Welten-Louwers. Das Fragile des Glases und die Kraft der Bronze bildeten eine überraschend schöne Einheit, meint sie und lobt auch die klare Formensprache der Glasobjekte von Wietske Welten. Jan Lomme ist angetan von den Fotografien von Ruud Welten, vor allem von den historischen Motiven und den Detailaufnahmen. Inzwischen ist Ellen Welten-Louwers bei der Vorstellung ihres nächsten Projekts angelangt. Denn für Ende Juni/Anfang Juli ist die Eröffnung eines Skulpturengartens in ihrem Wohnort, dem Gerolsteiner Stadtteil Büscheich-Niedereich, geplant.

Mehr als ein Dutzend Künstler aus der Region und den Niederlanden hätten ihre Teilnahme zugesagt, erzählt die 62-Jährige, die in ihrer Jugend Dressurreiterin war und sich inzwischen auf die Westernreiterei verlegt hat.

Dementsprechend spielen Pferde auch in ihrem künstlerischen Schaffen eine große Rolle: als Skulpturen aus Bronze, Stein, Glas und Holz, als Bilder in Aquarell, Öl und Acryl. Sie stehen zu Hause als Miniaturen in Glasvitrinen und in voller Größe in ihrem ein Hektar Land umfassenden Garten.

Dort findet sich auch die lebensgroße Frauenskulptur „In sich gekehrt“, eine Bronzearbeit, die in der Hillesheimer Ausstellung in einer Ausfertigung von etwa 70 Zentimetern Höhe zu sehen ist.

Ellen Welten-Louwers und ihr Mann Peter Welten sind vor vier Jahren von den Niederlanden in die Vulkaneifel umgesiedelt – „der Größe des Hauses und des Grundstücks, der herrlichen Lage, der netten Menschen wegen“, wie Ellen Welten-Louwers es seinerzeit in einem Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund auf den Punkt gebracht hatte.

„In sich gekehrt“ heißt die Bronzeplastik an der Seite ihrer Schöpferin Ellen Welten-Louwers.
„In sich gekehrt“ heißt die Bronzeplastik an der Seite ihrer Schöpferin Ellen Welten-Louwers. FOTO: Brigitte Bettscheider
"In sich gekehrt" heißt die Bronzeplastik an der Seite ihrer Schöpferin Ellen Welten-Louwers
"In sich gekehrt" heißt die Bronzeplastik an der Seite ihrer Schöpferin Ellen Welten-Louwers FOTO: Brigitte Bettscheider
"In sich gekehrt" heißt die Bronzeplastik an der Seite ihrer Schöpferin Ellen Welten-Louwers
"In sich gekehrt" heißt die Bronzeplastik an der Seite ihrer Schöpferin Ellen Welten-Louwers FOTO: Brigitte Bettscheider
"Zusammen in Balance" ist der Titel dieser Bronze von Ellen Welten-Louwers
"Zusammen in Balance" ist der Titel dieser Bronze von Ellen Welten-Louwers FOTO: Brigitte Bettscheider
Von der Welten-Tochter Wietske stammen diese Glasobjekte in Grün, Schwarz und Transparent.
Von der Welten-Tochter Wietske stammen diese Glasobjekte in Grün, Schwarz und Transparent. FOTO: Brigitte Bettscheider
"Partner" heißt diese Bronzeskulptur von Ellen Welten-Louwers
"Partner" heißt diese Bronzeskulptur von Ellen Welten-Louwers FOTO: Brigitte Bettscheider
Der Welten-Sohn Ruud ist Hobbyfotograf und verewigte diese Szene mit Kunst und Gerbäude in seiner niederländischen Heimat
Der Welten-Sohn Ruud ist Hobbyfotograf und verewigte diese Szene mit Kunst und Gerbäude in seiner niederländischen Heimat FOTO: Brigitte Bettscheider
Diese stimmungsvolle Atmosphäre mit Stuhl hat der Welten-Sohn Ruud mit der Kamera aufgenommen.
Diese stimmungsvolle Atmosphäre mit Stuhl hat der Welten-Sohn Ruud mit der Kamera aufgenommen. FOTO: Brigitte Bettscheider