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Ford-Entscheidung gegen Saarlouis: Eine Zeitenwende für das Saarland​

Meinung : Ford-Entscheidung gegen Saarlouis – Zeitenwende für das Saarland

Ford und das Saarland gehörten mehr als fünf Jahrzehnte eng zusammen. Beide haben einander viel zu verdanken. Jetzt die bittere Entfremdung: Der US-Konzern hat sich abgewendet, obwohl die Landesregierung sich offenkundig so um ihn bemüht hat, wie noch um kein anderes Unternehmen zuvor.

Enttäuschung und Empörung sind nicht nur bei den Ford-Beschäftigten groß. Waren sie doch ihrem Arbeitgeber immer wieder entgegengekommen. Dass die Belegschaften von Valencia und Saarlouis gegeneinander ausgespielt wurden, war und bleibt unanständig. Das Management hat mit seinem unseriösen Vorgehen nicht nur das eigene Ansehen, sondern auch das des Unternehmens und der Marke Ford massiv beschädigt.

Für das Saarland ist die Entscheidung des Autobauers ein bitterer Einschnitt in seiner Geschichte. Geht es doch nicht nur um einen der größten Arbeitgeber, sondern in der Folge auch um die Zukunft der Industrie im Saarland, die sich bei Auto und Stahl einer Transformation stellen muss, die schon zuvor schwierig war.

Ministerpräsidentin Anke Rehlinger steht deshalb jetzt unter großem Druck. Mit ihren Versprechen alles dafür zu tun, den Standort zu sichern und die Arbeitsplätze zu erhalten, hat sie selbst die Messlatte hoch gelegt. Es geht um viel.