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Kultur
Kunst nach Schwedinnen Art

Die Künstlerinnen Margareta Nilson (links) und Susann Stelling (rechts) stammen aus Schweden.
Die Künstlerinnen Margareta Nilson (links) und Susann Stelling (rechts) stammen aus Schweden. FOTO: Brigitte Bettscheider
Berlingen/Köln/Hillesheim. Mit Pinsel, Leinwand und Acrylfarben geht Margareta Nilson (Köln) ans Werk, mit Schweißgerät und Rundeisen arbeitet Susann Stelling (Berlingen). Nun stellen die Künstlerinnen gemeinsam aus. Titel: „Schweden Art“.

  Schweißgeräte, Kneifzangen, Schraubzwingen, Flexen, Ohrschützer, Schutzschirm, Draht und fingerdickes Rundeisen: Angesichts solcher Gerätschaften und Materialien mag man im ersten Moment an eine typisch männliche Tätigkeit denken. Doch in der zur Werkstatt umgewandelten Scheune des ehemaligen Berlinger Bauernhauses, Baujahr 1865, wirkt eine Frau.

   Hier entstehen Susann Stellings Tische, Skulpturen, Lampen und Schmuck. „Ich kann einfach nicht aufhören zu biegen und zu schweißen“, erklärt sie lachend. Und erzählt, dass im Jahr 2006 durch die vergebliche Suche nach einem Tisch und die daraus resultierende Fertigung eines Unikats seinen Anfang nahm, was inzwischen ihre große Leidenschaft ist – nämlich Kunst für Haus und Garten aus Eisen sowie Schmuckstücke aus Silber und Eisendraht zu schaffen. Susann Stellings Formensprache ist bewusst reduziert.

Die Natur und die Körper von Menschen und Tieren sind die Quellen ihrer Inspiration. „Es darf auch mal humorvoll sein“, sagt sie mit Blick auf Katzen und Eulen, die wippen und hüpfen, oder auf Figuren, die Zwiebel und Yoga kombinieren oder die Kommunikation aufs Korn nehmen. Bis 2013 war die in Helsinki geborene und in Malmö aufgewachsene Krankenschwester mit Fachrichtung Anästhesie und Intensivmedizin an einer Kölner Klinik tätig. Nun ist sie im Ruhestand, und das Jahrzehnte als Feriendomizil genutzte Haus in Berlingen ist der Hauptwohnsitz des Ehepaars Stelling, das zwei erwachsene Töchter hat.

   Seit einigen Jahren nimmt sie an Kunsthandwerkermärkten teil. Nun stellt sie erstmals in der Hillesheimer Galerie Studio B&C aus – in Gemeinschaft mit Margareta Nilson. „Und zwar nicht nur, weil noch Platz an den Wänden und Stellwänden ist“, sagt Susann Stelling augenzwinkernd. Auch nicht nur deshalb, weil die Malerei Nilsons und die Eisenkunst Stellings bei allem Kontrast eine wunderbare Einheit bilden. Ursprünglich verbindet die Frauen, dass sie beide aus Schweden stammen. Sie hatten sich in Köln über das internationale Netzwerk Swea (Swedish Women Educational Association) kennen  gelernt, eine weltweit tätige gemeinnützige Vereinigung für schwedische Frauen, die im Ausland leben. Neuerdings sind Margareta Nilson und Susann Stelling im Vorstand der Swea-Unterabteilung für Kunstschaffende (Swea-Art) und stellen bei ihren Treffen in Schweden und europaweit aus.

   Die Diplom-Psychologin Margareta Nilson hatte parallel zu ihrer Tätigkeit bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Köln) und an der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogenabhängigkeit (Lissabon) Mal- und Zeichenkurse besucht und ein Studium absolviert. Auch sie ist inzwischen im Ruhestand, ist zweifache Mutter und sechsfache Großmutter. Ihr künstlerischer Schwerpunkt ist die Acrylmalerei. „Meine Kunst ist die Essenz meiner Welten“: So bringt Margareta Nilson es auf den Punkt, wenn sie von den Landschaften und ihren Bewohnern, von Bäumen, Wasser und Steinen als ihren bevorzugten Motiven spricht. Der Erlös aus dem Verkauf ihrer Bilder fließt in die SOS-Kinderdörfer.

Susann Stelling: Schaf.
Susann Stelling: Schaf. FOTO: Brigitte Bettscheider
Margareta Nilson: Mohnblumen in der Eifel.
Margareta Nilson: Mohnblumen in der Eifel. FOTO: Brigitte Bettscheider
Susann Stelling: Lampe
Susann Stelling: Lampe FOTO: Brigitte Bettscheider
Margareta Nilson: Yggdrasil/Esche, der nordische Urbaum
Margareta Nilson: Yggdrasil/Esche, der nordische Urbaum FOTO: Brigitte Bettscheider
Susann Stelling: Raupe
Susann Stelling: Raupe FOTO: Brigitte Bettscheider
Margareta Nilson: Wurzelwerk von Bäumen
Margareta Nilson: Wurzelwerk von Bäumen FOTO: Brigitte Bettscheider