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Am Moselaufstieg führt für ihn kein Weg vorbei

Am Moselaufstieg führt für ihn kein Weg vorbei

Lange Staus, schlechte Zuganbindung: Die Verkehrsprobleme der Region Trier brennen dem Landtagsabgeordneten Bernd Henter seit Jahren unter den Nägeln. Für ihre Lösung will er in Mainz weiter kämpfen. Am 13. März tritt der Christdemokrat zum dritten Mal als Direktkandidat für den Wahlkreis Konz/Saarburg an.

Ein wenig verspätet trifft Bernd Henter zum Gespräch mit dem TV in seinem Trierer Wahlbüro ein. "Ich stand in Konz im Stau", entschuldigt er sich - und ist damit schon mittendrin in seinem Lieblingsthema: den Verkehrsproblemen in der Region Trier.
Seit 2006 sitzt Henter für die CDU im rheinland-pfälzischen Landtag. Bei der Wahl am 13. März will er wie 2011 das Direktmandat im Wahlkreis 26 (siehe Hintergrund) erkämpfen. Fragt man den 57-Jährigen nach dem politischen Erfolg, der ihn in seiner zweiten Amtszeit am meisten gefreut hat, fällt die Antwort überraschend aus: "Für mich ist es ein Erfolg, dass der Bund den Moselaufstieg und die Nordumfahrung prüfen will und sie im Verfahren hält", sagt Henter. Dies hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im vergangenen Jahr zugesagt.Landtagswahl 2016


Über die Anbindung des Moseltals bei Konz an die A 64 (Moselaufstieg) und deren Anschluss an die A 1 bei Schweich (Nordumfahrung) wird seit Jahren diskutiert. Kritiker halten die Millionenprojekte für unrealisierbar. Die rot-grüne Landesregierung hat sie für den Bundesverkehrswegeplan nicht angemeldet: "Das hat mich sehr geärgert", sagt Henter, der weiter für die Projekte kämpfen will: "Ich halte sie für unbedingt notwendig. Für Arbeitsplätze braucht die Region eine gute Verkehrsanbindung."

Nach Mainz fährt der Konzer "zu 50 Prozent" mit der Bahn. Deshalb wisse er auch, dass es beim Schienenverkehr "noch viel zu verbessern gibt". Die Streichung der Fernzüge nach Trier hält er für "völlig falsch". Auch beim Rheinland-Pfalz-Takt, den Nahverkehrsverbindungen, müsse "nachjustiert" werden. "Es müsste stündlich ein Regionalexpress zwischen Mainz, Koblenz, Trier verkehren - davon sind wir weit entfernt."

Eine klare Position vertritt Henter in der Flüchtlingsfrage. "Wir müssen Verfolgten Schutz bieten, aber auch die zurückschicken, die keine Aussicht auf Asyl haben." Klar sei für ihn, dass diejenigen mit Bleiberecht "unsere Werte und Regeln" akzeptieren müssten. Und die Zahl der ankommenden Flüchtlinge müsse "deutlich reduziert" werden, betont der Christdemokrat. Der Landkreis Trier-Saarburg und die ehrenamtlichen Helfer hätten 2015 bei der Unterbringung der Asylbegehrenden "Enormes geleistet", lobt Henter. "Aber wenn die Zahlen nicht sinken, können wir das mit der Integration auch im Kreis nicht mehr bewältigen."

Enttäuschungen, gibt Henter zu, habe er in Mainz auch erlebt. Am meisten schmerze ihn der Ausgang der Reform zum kommunalen Finanzausgleich, die 2012 vom Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz gefordert worden war. Die Kommunen sollten mehr finanziellen Spielraum erhalten. Henter war als Vorsitzender der Enquête-Kommission maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt. Das Ergebnis - Resultat der rot-grünen Mehrheit - habe ihn frustriert: "Unsere Kommunen sind immer noch absolut unterfinanziert." Als Mitglied des Konzer Stadtrats bekomme er hautnah mit, wie die Gemeinden alle ihre Reserven ausschöpften: "Und trotzdem haben wir ein Minus von 4,6 Millionen Euro. Da kommen einem die Tränen." Er sehe darin auch eine Gefahr für die Demokratie: "Das motiviert die Leute ja nicht gerade, sich ehrenamtlich in der Politik zu engagieren."Hausbesuche geplant


Aus der Opposition heraus, weiß Henter, lässt sich "natürlich nur begrenzt gestalten". Laut aktuellen Umfragen hat die CDU allerdings gute Chancen, am 13. März die meisten Stimmen einzufahren. Ein zusätzlicher Ansporn? "Der Wähler soll erst mal wählen", winkt Henter ab. "Die Perspektive, dass man eine große Chance hat, in die Regierung zu kommen, ist aber natürlich eine gute." Seinen Wahlkampf verändere das nicht, da setze er ganz klassisch auf Stände, Plakate und Veranstaltungen. Auch Hausbesuche wolle er machen, "auszugsweise" in jeder der vier Verbandsgemeinden. "Für mehr ist das Gebiet zu groß und der Wahlkampf zu kurz."Extra

Der Wahlkreis 26 umfasst die Verbandsgemeinden Hermeskeil, Kell am See, Konz und Saarburg. Mit Bernd Henter konkurrieren sechs Kandidaten um das Direktmandat für den rheinland-pfälzischen Landtag: Lothar Rommelfanger (SPD), Stephanie Nabinger (Grüne), Claus Piedmont (FDP), Georg Bauer (Die Linke), Detlef Müller-Greis (FWG) und Jens Ahnemüller (AfD). Extra

Privates: Bernd (laut Pass: Bernhard) Henter ist 57 Jahre alt und ledig. Er wurde in Trier geboren, wuchs in Konz auf und lebt dort heute noch. Hobbys: Fußball ist eine große Leidenschaft des langjährigen Vorsitzenden des SV Konz. Als aktiver Sportler zieht Henter mittlerweile aber das Tennisspielen vor. Einmal pro Woche greift er zum Schläger, "aber nur Doppel, das ist weniger anstrengend". Beruf: Bernd Henter ist Jurist. Nach dem Abitur in Trier studierte er in Mainz und Trier Rechtswissenschaft. Später war er als (Ober)Regierungsrat für die damalige Bezirksregierung Trier (1987-1989) und für die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm (1989-2001) tätig. Politische Karriere: In der Verbandsgemeinde Konz übernahm der Christdemokrat in den Jahren von 2001 bis 2006 das Amt des ersten Beigeordneten. 2006 zog er erstmals für die CDU in den rheinland-pfälzischen Landtag ein. Aktuell ist er Mitglied im Kreistag Trier-Saarburg, im Stadtrat Konz und im Verbandsgemeinderat Konz. Listenplatz: Auf der CDU-Kandidatenliste für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz belegt Bernd Henter Platz zehn. Dank dieser Platzierung dürfte ihm erneut ein Sitz im Landtag sicher sein.