Berufspolitiker diskutieren mit Schülern

Berufspolitiker diskutieren mit Schülern

Die IGS Hermeskeil hat eine Gespräch mit Landtagsabgeordneten initiiert.

Hermeskeil (red) Gut gefüllt war die Hochwaldhalle in Hermeskeil, als Schulleiter Christian Schmidt von der Integrierten Gesamtschule die Landtagsabgeordneten Sven Teuber (SPD), Bernhard Henter (CDU) und Michael Frisch (AfD) begrüßte. Alle drei waren der Einladung der Schule gefolgt, am "Tag der Abgeordneten" an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Bildung" vor den Schülern der zehnten, elften und zwölften Jahrgangsstufe teilzunehmen. Moderiert wurde die Diskussion von den Schülerinnen Annabell Michels und Lena Hoffmann, beide aus den Sozialkunde-Leistungskursen.
Nachdem die Politiker kurz schilderten, was sie dazu bewogen hat, aktive Politik zu betreiben, ging es dann gleich ans Eingemachte. So interessierte die Jugendlichen brennend, warum die monatliche Busgebühr im Vergleich zu einem Semesterticket an der Uni so teuer sei. Teuber verwies darauf, dass dies keine Angelegenheit der Landespolitik sei, sondern vielmehr durch die Solidargemeinschaft der Studenten ermöglicht werde. Henter bestätigte die Ausführungen seines politischen Kontrahenten, nannte aber auch Gestaltungsmöglichkeiten der Kommunen. Allerdings, so Henter, sei eine entsprechende Finanzierung bei hohen Schulden in der Region schwierig. Richtig in Fahrt kam die fast zweistündige Diskussion, als die beiden Moderatorinnen nach bildungspolitischen Schwerpunkten der einzelnen Parteien fragten. Dabei bezog Frisch klar gegen den seiner Meinung nach vorherrschenden Akademisierungswahn Stellung. Duch Henter hinterfragte den Sinn davon, dass immer mehr junge Menschen zum Studieren gingen: "80 Prozent Studenten, aber keine Handwerker. Das kann doch nicht das Zukunftsmodell sein." Der CDU-Politiker plädierte für das Duale System, mit dem Deutschland "viele Jahr lang Vorbild gewesen sei".
Teuber hingegen verwies auf aktuelle OECD-Studien sowie das Grundgesetz, wonach jedem Schüler alle Wege offenstehen sollten. Eine vermehrte Zahl an Studienabbrechern sieht er weniger problematisch als die anderen beiden. Vielmehr plädierte er dafür, dass man jungen Menschen die Möglichkeit geben solle, sich auszutesten, denn auch ein abgebrochenes Studium bedeute eine Horizonterweiterung: "Bildung braucht Zeit!"
Zum Abschluss stand eine Fragerunde aus dem Publikum auf dem Programm.
Den Jugendlichen stehen nun einige interessante Sozialkundestunden bevor, in denen sie die Podiumsdiskussion mit ihren Lehrern aufarbeiten werden.