Comeback für die Rockstadt Konz: Harleyclub bietet Bands eine Bühne

Comeback für die Rockstadt Konz: Harleyclub bietet Bands eine Bühne

Rockkonzerte in Konz? Fehlanzeige! Es fehlt an passenden Sälen. Das will der Harleyclub Konz jetzt ändern. In seinem Clubhaus in Konz-Könen sollen regelmäßig Bands auftreten. Damit will er eine große Tradition wiederbeleben.

Foto: Mario Ebenhöh (h_ko )

Konz. Edmund Schmidt-Lieblang, Kneipier, Gastronom und Rockkonzert-Promoter. Dieser Name steht wie kein anderer für die Geschichte der Livemusik in Konz. Die 1970er und 1980er waren die goldenen Jahre. Rockgrößen wie Uriah Heep (1971), die Scorpions (1975), die Toten Hosen (1985) und Sepultura (1989) haben damals in der Beethovenhalle gespielt. Hausband war die Konzer Band Deep Water um den Sänger Bernd Fischer und den Keyboarder Erich Fahl. Noch heute schwärmen die Rock-Nostalgiker unter den Konzern über die Auftritte der Band.
Zuletzt wurden auch in der Facebook-Gruppe "Du bist Konzer wenn …" etliche Bilder aus der "guten alten Rock-Zeit" geteilt. Langhaarige Rocker mit AC/DC-Kutten, feiernde Fans und immer wieder Deep Water sind darauf zu sehen.
Seit Mitte der 1990er ist aber Schluss mit der Tradition. Der Versuch, das Konzer Stadion zum Veranstaltungsort zu machen scheiterte. Zwar kamen noch Größen wie Herbert Grönemeyer, Bob Geldorf, Marla Glen oder Fury in the Slaughterhouse nach Konz. Doch der Veranstalter war irgendwann pleite. "Seither ist die ‚Rockstadt Konz' nur noch Legende", schrieb Dieter Lintz 2010 - ein Konzer, der sich auskannte in der Szene. Er war bis zu seinem Tod im Jahr 2014 leitender Redakteur des Trierischen Volksfreunds.
Nun will der Harleyclub Trier und Konz die Rocktradition wieder aufleben lassen. Vereinssprecher Peter Bottler meint: "Wir wollen wieder Livemusik in Konz haben! Früher war nicht alles besser, aber es gab eine Menge Locations, wo Live etwas gemacht werden konnte." Er zählt die Beethovenhalle, Saar-Mosel-Halle und das Tropical in der Bahnhofstraße auf. In Konz habe das Durchhaltevermögen gefehlt, sagt Bottler: "Dass es geht, beweist eindeutig der Ducsaal." Der kleine Club in Freudenburg veranstaltet regelmäßig Bluesrock-Konzerte - seit 30 Jahren.
Der Harleyclub will nun nachziehen. Sein Projekt nennt Bottler: Rock Events Konz. Bottler hat die Organisation übernommen: Weil geeignete Räume in der Stadt fehlen, stellt der Verein sein Clubhaus in der Otto-Hahn-Straße 3 zur Verfügung. "Wir wollen Bands im Zwei-Monat-Rhythmus auftreten lassen", kündigt Bottler an.
Die Halle, die der Verein von einem Konzer angemietet hat, fasst laut Bottler bis zu 300 Besucher. "Das Clubhaus in Konz-Könen wurde speziell dafür hergerichtet und bietet Liveclub-Atmosphäre, wie man sie nur noch aus den guten alten 70ern und 80ern kennt", sagt Bottler. Um eine Anlage für die Musiker kümmere sich der Harleyclub ebenfalls.
Die Tributeband Rebel Monster macht am Samstag, 29. Oktober, den Anfang auf der Bühne im Clubhaus. Die Gruppe hat sich seit 2011 der dänischen Metalband Volbeat verschrieben. Volbeat war in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich und ist mehrfach bei Rock am Ring sowie in der Rockhal im luxemburgischen Esch sur Alzette aufgetreten. Vor Rebel Monster spielt W.E.S.P., die Songs der US-Metalband W.A.S.P. auf die Bühne bringt. W.A.S.P. ist in den 1980er Jahren bekannt geworden. "Bei mehreren erfolgreichen Veranstaltungen in den vergangenen Jahren haben wir genug Erfahrung gesammelt und Kontakte geknüpft", sagt Bottler. So könnten ab sofort des öfteren erstklassige Tribute- oder Coverbands präsentiert werden. Bottler bringt die Namen von AC/DC bis und ZZ Top ins Spiel.
Doch der Konzer hat nicht nur Coverbands im Visier. Gegenüber dem TV versichert er, dass künftig auch regionale Bands im Clubhaus auftreten können. Der Verein wolle kein Geld verdienen. Und die Musiker bekämen eine Gage oder würden am Eintritt beteiligt, sagt Bottler. "Wir wollen null auf null rauskommen."
Der Eintritt am Samstag, 29. Oktober, kostet 11 Euro. Einlass ist ab 19 Uhr im Clubhaus Otto Hahn Straße 3, in Konz-Könen. Weitere Infos unter 0179/9198810 oder bei der Facebook-Gruppe Rock Events Konz.

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