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Der Picasso Brasiliens stellt in Saarburg aus

Der Picasso Brasiliens stellt in Saarburg aus

Gerade kommt Sarro aus China, wo er seine Bilder in der Millionenmetropole Chongqing ausgestellt hat. Sein Ziel ist das Museum of Modern Art in New York. Doch vorher ist Saarburg an der Reihe. Am Freitag wird die Schau des brasilianischen Malers in der Stadthalle eröffnet.

Saarburg. Wer Anfang der Woche in die Saarburger Stadthalle hineinschaut, kann ihn werkeln sehen. Der brasilianische Maler Sarro hängt, unterstützt von seiner Frau Sandra Sarro, und seinem Agenten Marcel Markus, seine Werke selbst an Wände und Raumteiler. "Es gefällt uns sehr gut hier", sagt Markus. "Hier ist viel Platz."Eigener Stil, unkopierbar

Der Picasso Brasiliens stellt in Saarburg aus
Foto: (h_sab )
Der Picasso Brasiliens stellt in Saarburg aus
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Der Picasso Brasiliens stellt in Saarburg aus
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Sarros Bilder bringen Farbe in den Raum: ein kräftiges Rot, viel Blau und auch Gelb und Grün. Auf den meisten sind Menschen zu sehen. Menschen, die Musik machen, mit der Katze entspannen oder Sport treiben. Ein wenig erinnern die Figuren an Picassos frühe kubistische Werke. Der Spanier gehört auch zu Sarros ursprünglichen Vorbildern, er selbst wurde auch schon "Picasso Brasiliens" genannt. Doch der Mann, dessen Bilder bereits weltweit zu sehen waren - ob in Genf, Moskau, oder aktuell in China - hat seinen eigenen Stil entwickelt. Und der ist unkopierbar. So erklärt der 66-Jährige: "Ich kann meine Bilder selbst nicht noch einmal malen. Ich arbeite in mehreren Schichten, beginne mit einer Farbe und ende mit einer ganz anderen. Wie ich angefangen habe, weiß ich zum Schluss nicht mehr."
Sarro ist völliger Autodidakt. Nie hat er eine Kunstschule besucht, er war überhaupt nur vier Jahre lang in der Schule. Er kommt aus ärmlichen Verhältnissen. Sein Vater war Landwirt, der Sohn musste früh helfen. Später arbeitete er als Zimmermann und als Steinsäger im Marmorbruch. Schon als Vierjähriger hatte Sarro gerne gezeichnet und das hielt an. Mit 22 Jahren erlebte er einen emotionalen Schock. Er sah Werke des international bekannten brasilianischen Malers Candido Portinari im Museum und ihm war klar: Ich widme mein Leben der Malerei.
Hauptmotive Sarros sind Landarbeiter, Indiofrauen und Mulatten. Deren schwere Arbeit wird durch große Hände und Füße, Arme und Beine sowie ernsthafte Gesichter symbolisiert. Die schwer arbeitenden Menschen erfreuen sich auf den Bildern an einfachen Dingen wie Blumen, Tieren, der Musik.
Sarros Bekanntheit hat sprunghaft zugenommen, als 1999 zwölf Bilder mit Kindern beim Weltwirtschaftsforum in Davos ausgestellt wurden. Vier Jahre später stieß auch sein acht Meter breites Werk zur Globalisierung bei diesem Forum auf große Beachtung.
Und wie kommt Sarro nach Saarburg? Bürgermeister Jürgen Dixius sagt: "Über Kontakte, die wir bei ,Wetten dass' geknüpft haben. Etwa acht Jahre lang haben wir Saar-Riesling für die After-Show-Party der Sendung geliefert." Sarros Agent sei dann nach Saarburg gekommen und habe sich die Stadthalle angeschaut. Dixius: "Ich bin froh, dass Herr Sarro hier ausstellt. Nach der Schau mit Plastiken von Jivko wollen wir uns weiter im Bereich Kultur engagieren. Sarro ist in der ganzen Welt bekannt. Ich hoffe, das hilft uns, künftig neue Künstler für Saarburg zu finden." Man wolle auch ausprobieren, wie sich die Stadthalle für solche Veranstaltungen eigne.
Die Vernissage ist am kommenden Freitag und die Organisatoren warten dort mit einigen Besonderheiten auf. So wird der Künstler Etiketten für Weinflaschen gestalten. Der Wein wird anschließend für einen guten Zweck verkauft. Zudem wird ein Bild, das Sarro spontan gespendet hat, versteigert. Er habe seine Gabe zu zeichnen von Gott erhalten, sagt der bescheidene Künstler. Er fühle sich deshalb verpflichtet, etwas weiterzugeben von seiner Kunst.
Auch sonst hat der Brasilianer große Ziele. Sein Agent Marcel Markus sagt: "Wir wollen nächstes Jahr im Museum of Modern Art in New York ausstellen. Beziehungen habe ich schon geknüpft."
Zur Vernissage am Freitag, 4. November, 19 Uhr, in der Saarburger Stadthalle sind alle Interessierten eingeladen. 70 Werke von Sarro werden bis zum 14. November in der Stadthalle und im Amüseum täglich von 11 bis 16 Uhr gezeigt - außer samstags. Da ist das Amüseum geschlossen.